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Mein Verein: Westerwälder Trabifreunde


29 Trabis in der Garage

Steffen Hennig lebt in Rheinbrohl mit 29 Trabis unter einem Dach. Seine Leidenschaft begann 2005, als er aus der ehemaligen DDR in die RWN-Region zog. Wenig später stieß er zu den Westerwälder Trabifreunden.

Westerwälder Trabbi Freunde - Rheinbrohl

Der Sammler und sein bestes Stück: Steffen Hennig gehört seit 2005 zu den Westerwälder Trabifreunden.
Bild: H. W. Lamberz

Westerwälder Trabifreunde gibt es seit 2004. Auslöser für ihr Entstehen war, dass der Organisator der seit 1991 jährlich in Rott stattfindenden Trabant- & IFA-Treffen Westerwald nicht mehr weitermachen wollte oder konnte. Ein paar Teilnehmer taten sich zusammen und führten das Trabitreffen ab 2004 in Döttesfeld fort.

Ein Jahr später stieß Steffen Hennig mit seiner Frau zu den Trabifreunden. Im selben Jahr hatte der Deutsche-Bahn-Mitarbeiter seine ostdeutsche Heimat wegen Stellenabbau verlassen. „Da fing die Trabi-Leidenschaft eigentlich erst an. Ich lernte meine zweite Frau kennen, die schon zu Ostzeiten Trabitreffen besuchte. Sie hat mich mehr oder weniger dazu verleitet“, erinnert sich der 46-Jährige.

Derzeit gibt es 14 Westerwälder Trabifreunde. Fast alle sind Pärchen, Hennig jedoch ist seit 2013 wieder allein. Etwa die Hälfte der Mitglieder stammt aus der ehemaligen DDR. Hennig wohnt heute in Rheinbrohl, ein anderer in Melsbach bei Rengsdorf, ein Pärchen in Neuwied, der Rest in Obersteinebach im Westerwald.

Gemeinsam fahren die Westerwälder Trabifreunde in den Sommermonaten zu Trabitreffen. Los geht es an Pfingsten mit einem Treffen im thüringischen Mühlhausen. Pro Monat besucht die Gruppe etwa ein Treffen. „Zum krönenden Abschluss ist dann im Oktober unser Treffen in Döttesfeld“, sagt Hennig. „Wir haben das größte Treffen in den Altbundesländern. Und es ist recht bekannt.“

Wie bei anderen Treffen auch, werden in Döttesfeld besondere Leistungen, wie das älteste Auto, prämiert. Da das Treffen in einem Schützenhaus stattfindet, wird zudem seit 2004 ein „Trabi-Schützenkönig“ ermittelt. Geschossen wird dabei auf eine hölzerne Trabi-Silhouette.

Da die meisten Trabis Saisonkennzeichnen haben, finden im Winter keine Trabitreffen statt. Trotzdem kommen Hennig und die Westerwälder Trabifreunde untereinander und mit anderen Clubs zusammen. Im Januar etwa veranstalten sie immer ein Helferfest für alle, die beim Treffen in Döttesfeld mitgewirkt haben.

Während fast alle einen Trabi, allerhöchstens zwei oder drei besitzen, hat Steffen Hennig 29 mehr oder weniger fahrbereite Trabis. Der Schaffner wohnt in einem als Wohnung ausgebauten Güterschuppen am Güterbahnhof in Rheinbrohl. Sein liebstes Stück ist ein Polizei-Trabi. Als er ihn 2005 als einen der ersten Trabis kaufte, war er noch weiß, hatte aber das Kennzeichen NR-VP110. „Volkspolizei 110. Da kam damals meine Frau auf die Idee, daraus ein Polizeiauto zu machen“, erzählt Hennig. „Er kommt gut an. Deswegen ist es das Auto, das ich meistens mitnehme.“

Wer einen bewegten Blick auf Hennigs Trabisammlung werfen möchte, hat übrigens im aktuellen Musikvideo „Guten Morgen (liebe Sorgen)“ des Neuwieder Mallorcalied-Sängers Willi Wedel die Möglichkeit dazu. Es wurde im August in Hennigs Räumlichkeiten gedreht.

 

 

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