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Drei Fotoausstellungen im RWN-Land


Alte Meister und junge Helden

Während in Altenkirchen derzeit Werke des Fotografen August Sander präsentiert werden, stellt Hobbyfotograf Ulrich Wilbert seine Fotografien in Bad Hönningen Gemälden und Skulpturen seiner Tochter gegenüber. Und das Arp Museum Bahnhof Rolandseck zeigt eine Ausstellung, in der Fotografien aus dem Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres“ mit Gemälden Alter Meister zu Bildpaaren vereint wurden.

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Ulrich Wilbert zeigt unter anderem Panorama-Fotografien aus Bad Hönningen.
Bild: Ulrich Wilbert

Anlässlich des 200-jährigen Kreisjubiläums (siehe Beitrag auf Seite 18/19) findet in den Fluren der Kreisverwaltung Altenkirchen bis 30. September eine große Werkschau des berühmten Fotografen August Sander statt. Wie ansonsten nur Friedrich Wilhelm Raiffeisen steht er für die Identität des Kreises.

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Anlässlich des 200-jährigen Bestehens des Kreises Altenkirchen werden Werke von August Sander ausgestellt.
Bild: A. Sander

Mit über 130 Werken aus dem Bestand der Photographischen Sammlung/SK Stiftung Kultur, Köln, vermittelt „Der Westerwald im Spiegel der Zeit“ einen spannenden Einblick in Sanders Schaffen. Die Ausstellung kombiniert im Westerwald entstandene Motive aus seinem Werk „Menschen des 20. Jahrhunderts“ mit Fotografien, die beispielhaft jenen Teil des August Sander Archivs repräsentieren, den der Lichtbildner unter der Bezeichnung „Bauernarchiv“ abgelegt hatte. Immer wieder führte es den gebürtigen Herdorfer in den Westerwald zurück, in ein Stück seiner Heimat, das er mit besonderer Hingabe zu portraitieren wusste.

Die Ausstellung kann montags bis mittwochs von 7.30 bis 17.30 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr, freitags bis 13 Uhr sowie jeden Sonntag im Mai, Juni, Juli und September besucht werden.

Seit 13. Mai präsentieren Ulrich Wilbert und seine Tochter Nina Vahrenkampf ihre Ausstellung „Weitblick – Einblick“ in den Räumen von ArtColor 2012 in Bad Hönningen. Durch ihre Zusammenarbeit entsteht ein harmonisches Spiel aus Fotografien, Aquarellen und skulpturalen Werken. Wilbert vertritt dabei den Part „Weitblick“ beispielsweise mit seinen Panorama-Fotografien von Bad Hönningen.

Früher mit analoger Technik unterwegs, fotografiert er seit 2006 mit digitalen Spiegelreflexkameras. „Mit meinen Fotografien zeige ich, was mich beeindruckt. Diese Erfahrung möchte ich mit den Betrachtern meiner Bilder teilen“, sagt Ulrich Wilbert, der seine Arbeiten erstmals öffentlich vorstellt. Tochter Nina Vahrenkampf hat sich dem Thema „Einblick“ gewidmet und setzt auf ein Wechselspiel von Pinsel und Material. Die Ausstellung wird voraussichtlich bis Ende Juni donnerstags von 10 bis 12 Uhr und 15 bis 18 Uhr geöffnet sein.

Spannungsvolle Bildpaare

Bis 14. August zeigt das Arp Museum Bahnhof Rolandseck in Remagen die Ausstellung „Menschenskinder. Kinderleben zwischen Wunsch und Wirklichkeit“. Darin werden 33 historische Kinderdarstellungen aus der Sammlung Rau in Beziehung zu 31 Fotografien aus dem internationalen Wettbewerb „UNICEF-Foto des Jahres“ gesetzt.

My-Taelle does a clown routine in front of a group of children. My-Taelle is 10 years old. She lives with her mother, two brothers and four sisters. Her father left the family home. My-Taelle in in fifth grade. Like many other children in Haiti she wasn't able to go to school following the 2010 earthquake. She was happy to be back at school when a temporary classroom was set up because this seemed like normality was returning to her life. "I dream of becoming a clown. I'll be able to make other children happy. Many people were sad after the earthquake because they lost family members or their houses. I'm glad that I can make people laugh."

Im Arp Museum in Remagen werden Kinderdarstellungen von heute und damals gezeigt.
Bild: Veranstalter

In spannungsvollen Bildpaaren treffen Gemälde von Künstlern wie August Macke, Joshua Reynolds oder Giandomenico Tiepolo auf heutige Kinderporträts von namhaften Fotografen wie Chris de Bode, Niclas Hammarström oder Laura Boushnak. Die Fotografien und Gemälde zeigen Alltagssituationen von Kindern unterschiedlichster Herkunft in Vergangenheit und Gegenwart.

In den Dialogen wie in der Zusammenschau ergeben sich dabei facettenreiche Einblicke in sozial und politisch bedingte Lebensumstände, gesellschaftliche Konventionen und Rollenbilder, aber auch Sehnsüchte, Träume und Chancen von Kindern. In den Gemälden Alter Meister wie in aktuellen Fotografien findet sich das ganze Spektrum von Kindsein wieder. Die Ausstellung ist dienstags bis sonntags und feiertags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. (eg)

 

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