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Jürgen Müller betreibt Fahrschule in Bad Honnef


Anforderungen haben sich deutlich erhöht

Seit mehr als 35 Jahren betreibt der Rheinbreitbacher Jürgen Müller in zweiter Generation die in Bad Honnef an der Luisenstraße 14 ansässige Fahrschule. „In den letzten zehn Jahren haben sich die Anforderungen an die Fahrschüler deutlich erhöht“, berichtet er.

Jürgen Müller rät seinen Fahrschülern, die Prüfungstermine nicht zu vielen Bekannten mitzuteilen. Denn dadurch setzen sich die Fahrschüler selbst unter Druck.
Bild: Presseagentur Funk/mc

Der Zeitaufwand, den man einrechnen muss, ist auch im Bundesschnitt angewachsen. Alleine 14 Doppelstunden fallen für den theoretischen Unterricht an. Schon seit einigen Jahren werden zusätzlich zu den Fragebögen animierte Filme mit Verkehrssituationen vorgespielt und abgefragt.

„Diese Videos muss man sich zur Vorbereitung alle ansehen, ich brauche dazu etwa 20 Stunden, ein Fahranfänger mindestens 50 Stunden“, so der Inhaber der ältesten Fahrschule am Ort.

Grundsätzlich rät er dazu, erst einmal die Papiere beim Amt einzureichen, den Erste-Hilfe-Kursus und mindestens die Hälfte des theoretischen Unterrichts zu absolvieren, bevor mit den Fahrstunden begonnen wird. „Heute brauchen die Schüler im Schnitt 30 Stunden. Das liegt einerseits am erhöhten Fahraufkommen und zum anderen an den verschärften Prüfungsverordnungen.“

Wer die schaffen will, muss heute über den Status eines Fahranfängers hinaus sein. Jürgen Müller empfiehlt zwei Fahreinheiten in der Woche. Theoretisch kann man den Führerschein in drei Monaten schaffen. „Wir bieten auch Crashkurse in den Ferien  an. Dann geht es noch schneller.“

Der Trend geht vor allem bei Jugendlichen allerdings dahin, sich teilweise bis zu einem Jahr Zeit zu lassen. Ihnen fehlt angesichts von Ganztagsschulen, Freizeitaktivitäten oft die Zeit, sich intensiver mit der Vorbereitung zu beschäftigen. Zehn Prozent macht in der Fahrschule Müller die Zielgruppe der 30- bis 70-Jährigen aus.

Dank des Angebots, in englischer Sprache zu unterrichten, kommen vermehrt auch ausländische Fahrer, die zu ihrem Führerschein aus der Heimat noch eine zusätzliche Theorie- und Praxisprüfung machen müssen. Dazu gehören Studenten der Fachhochschule Bad Honnef und auch Flüchtlinge.

Steht der Prüfungstermin fest, rät Jürgen Müller dazu, nicht zu viele Freunde und Bekannte darüber zu informieren. „Dadurch setzt man sich nur selbst unter Druck.“ Immer wieder hört man davon, dass Prüfer böse Fallen stellen. „Das ist eindeutig nur ein Gerücht. Ich habe das in meiner langjährigen Praxis bisher noch nicht erlebt. Davor braucht niemand Angst zu haben. Ich sage meinen Schülern immer wieder, dass sie fest an sich glauben sollen. Wenn ich sie zur Prüfung anmelde, bin ich davon überzeugt, dass sie es schaffen können.“

Nicht schaden kann es, den Prüfer freundlich zu begrüßen und das Handy idealerweise auszuschalten. Noch ein Tipp von Jürgen Müller: Lass dich nicht von kleinen Fehlern verunsichern, die können in anderen Situationen wieder ausgeglichen werden. (mc)

 

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