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Verein Vita werden in Hümmerich bei Rengsdorf


Assistenzhunde öffnen Türen

Eine ganz besondere Beziehung zu Menschen mit einer körperlichen Behinderung haben sogenannte Assistenzhunde: Sie sind Freund und Helfer. Der Verein Vita bildet die Vierbeiner in Hümmerich bei Rengsdorf aus.

Assistenzhund Emilia bekommt von ihrer menschlichen Partnerin Selina ein Leckerli. Die Tiere unterstützen Menschen mit einer körperlichen Behinderung im Alltag.
Bild: Verein Vita

Sie öffnen Schubladen, heben Sachen vom Boden auf, machen das Licht an und aus, helfen ihren menschlichen Partnern beim Umkleiden und sind Türöffner im doppelten Sinn: Die Assistenzhunde, die im Trainingszentrum des Vereins Vita in Hümmerich bei Rengsdorf ausgebildet werden.

„Sie sind zum einen praktischer Helfer im Alltag von Menschen, die in einem Rollstuhl sitzen, und zum anderen auch Freunde und Seelentröster für ihre zweibeinigen Teampartner“, erklärt Jana Lindeck vom Verein Vita. „Und sie erleichtern ihren Partnern mit einer Behinderung den Zugang zur Gesellschaft, helfen ihnen Kontakte zu knüpfen.“

Zum Hintergrund: Der Verein Vita ist im Jahr 2000 von der Diplom-Sozialpädagogin Tatjana Kreidler ins Leben gerufen worden. Der Zweck des gemeinnützigen Vereins: Menschen mit einer körperlichen Behinderung einen Assistenzhund zur Seite zu stellen und ihnen so zu mehr Unabhängigkeit und Lebensqualität zu verhelfen.

„Vier bis fünf von uns ausgebildete Assistenzhunde bekommen jährlich einen menschlichen Partner“, berichtet Jana Lindeck. Seit dem Jahr 2000 hat der Verein rund 50 Assistenzhunde ausgebildet. Etwa die Hälfte der menschlichen Team-Partner, denen ein Assistenzhund das Leben erleichtert, sind Kinder.

„Unsere Assistenzhunde sind ausschließlich Golden Retriever oder Labrador Retriever“, erläutert Lindeck. „Diese Hunderassen zeichnen sich durch ihre Sanftmut und ihre Menschenbezogenheit aus.“ Schon als Welpen kommen die Tiere in das Ausbildungszentrum nach Hümmerich.  „Dann kommen sie rund ein- bis eineinhalb Jahre zu ausgesuchten Paten, die die Hunde erziehen, bis sie noch einmal ein- bis zwei Jahre lang von im Ausbildungszentrum in Hümmerich auf ihre spezielle Aufgabe als Assistenzhunde vorbereitet werden.“ Dabei sei es wichtig, dass die Chemie zwischen Hund und menschlichem Partner stimmt, betont Lindeck.

Mehr als 100 Anfragen von behinderten Menschen, die sich einen Assistenzhund wünschen, erreichen den Verein jedes Jahr. Der Verein würde gern allen helfen, doch die Spezialausbildung der Hunde und die lebenslange Nachbetreuung sind teuer und werden nicht von der Krankenkasse übernommen, teilt Jan Lindeck mit. „Alleine etwa 25.000 Euro kostet die Ausbildung eines Hundes. Die lebenslange Nachbetreuung ist noch teurer“, berichtet sie. Daher ist der Verein auf Spenden und Sponsoren angewiesen.

„Viele Menschen, die einen Assistenzhund von uns erhalten haben, berichten, dass es mit dem Tier wie ein neues Leben für sie ist“, sagt Lindeck. „Die Assistenzhunde machen ihnen Mut, sind ihre Freunde und machen die Menschen mit einer Behinderung unabhängiger.“ Daher werde die Zusammenführung von Mensch und Assistenzhund zu einem Team von den Betroffenen auch häufig „als der glücklichste Tag in ihrem Leben“ angegeben, erzählt Lindeck.

Weitere Infos zum Verein  Vita gibt es im Internet unter vita-assistenzhunde.de. (msc)

 

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