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Eisenbahnfotografie ist beliebt


Auf der Jagd nach Krokodilen

Autofahrer auf der B 42 haben sie sicherlich schon mal entdeckt, die „Jäger“ am Rande des Bahndamms. Sie gehen manchmal stundenlang auf die Pirsch, und wenn einmal ein „Krokodil“ zur Beute gehört, dann wird besonders gefeiert. Dabei haben diese Jäger aber gar keine Waffe dabei. Ihre „Waffe“ ist die Kamera, ihre Beute kommt auf Schienen daher. Eisenbahnfotografie ist offenbar ein in Deutschland weit verbreitetes Hobby. Die Bahnstrecke zwischen Unkel und Linz ist eins der beliebtesten Jagdreviere für die besondere Fotopirsch.

Auf Fotopirsch am Bahndamm bei Erpel: Udo Krupp (links) und Jannick Falk
Bild: Presseagentur Funk

Udo Krupp und Jannick Falk gehören beide schon seit Jahren zur Jagdszene am Bahndamm. Als die RWN den Kölner und seinen aus Neuwied kommenden Kollegen interviewt, da wird das Gespräch auch immer wieder kurz unterbrochen. Dann, wenn „die 101“ aus Richtung Linz im Anmarsch ist oder eine der vielen Privatbahnen im Güterverkehr die Brückentürme von Erpel passiert.

Der in Fotografenkreisen so beliebte „Anstand“ vor der Erpeler Ley hat nur auf den ersten Blick etwas mit dem besonderen Hintergrund für die Fotos zu tun. „Hier sind die Lichtverhältnisse oft besonders gut“, verrät Jannick Falk aus Neuwied. Die Eisenbahnjäger wollen sich nicht so ganz in die Karten schauen lassen, aber so manches Mal „gibt es Tipps“ aus der Szene, so verraten die beiden dann doch.

Nur die Bahn selbst, die informiert ihre Fans am Bahndamm nie. Auch nicht dann, wenn der berühmte „Rheingold“ wieder einmal seine Wiederkehr auf der Rheinschiene feiert. Nur die auch in der Region recht aktiven Eisenbahnvereine, die machen kein Geheimnis aus ihrem Fahrplan. Dann säumen auch schon mal Dutzende von Fotografen die Gleise, um beispielsweise eine Dampflok einzufangen. Udo Krupp gelang solch ein besonderer Schnappschuss im vergangenen September direkt vor der Kulisse des Drachenfels.

Dieses Foto und 3977 weitere Fotos füllen inzwischen die Galerien des Kölner Hobbyfotografen auf seiner Internetseite (www.udokrupp.de) und erlebten bislang mehr als 2,5 Millionen Zugriffe von Eisenbahn- oder Fotografiefreunden.

Übrigens: Krokodile sind natürlich nach wie vor nicht im Rhein anzutreffen. Aber manchmal eben eine Lok mit genau diesem Spitznamen auf den Gleisen neben dem Rhein. (fu)

 

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