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Marken des Alltags: Heitmann


Aus zwei Konkurrenten wird ein Unternehmen

Das Eierfärben zum Osterfest ist ein uralter Brauch, den man in Europa bereits im Mittelalter kannte. Nicht ganz so lange, aber schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, gibt es die Eierfarben des Marktführers Heitmann. Sie werden unter strengsten Kontrollen in Deutschland produziert und bestehen ausschließlich aus Stoffen, die gemäß europäischer Gesetzgebung für den Einsatz in Lebensmitteln zugelassen sind.

Ostereier zu färben ist vor allem für Kinder ein großer Spaß: Neben Speisefarben bietet die Firma Brauns-Heitmann unter anderen auch gelartige Färbe-Stäbchen und -Blättchen an.
Bild: Heitmann

Die Geschichte des Traditionsunternehmens Brauns-Heitmann beginnt im Jahre 1874, als der Apotheker Wilhelm Brauns erstmals Stofffarben für die Hausfärberei herstellte. Da sie reißenden Absatz fanden, baute Brauns Ende der 1870er Jahre zusammen mit seinem späteren Teilhaber Dr. Josef Weller eine Anilinfarbenfabrik in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt) auf. In den 1880er Jahren produzierte das Unternehmen bereits ein breites Spektrum an Farben und belieferte auch die Industrie.

Die Firma „Gebr. Heitmann, Köln, Fabrik giftfreier Farben“ wurde 1884 von den Brüdern Fritz und Nikolaus Heitmann gegründet. Auch hier konzentrierte man sich zunächst auf den Markt der Hausfärberei.

Das Geschäft mit den Eierfarben wurde in beiden Unternehmen, Brauns und Heitmann, in den 1890er Jahren aufgenommen. Die damaligen Wettbewerber  brachten damals erstmals die brillanteren und bunteren synthetischen Eierfärbemittel auf den Markt – und in nahezu jeden deutschen Haushalt. Bis dato hatte man die Ostereier meist mit Natur farben gefärbt.

Kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert wurden die Wettbewerber zu Marken-pionieren: Nachdem sich Brauns am 4. Mai 1895 seine „Krone mit Schleife“ hatte schützen lassen, wurde am 4. Januar 1896 der „Fuchskopf im Stern“ mit den Initialen „G. H.“ für Gebrüder Heitmann als Marke eingetragen.

Im Jahre 1901 eröffnete Heitmann eine Niederlassung im russischen Riga. Auch Brauns baute Tochtergesellschaften im Ausland auf – wie beispielsweise in Amsterdam, Mailand, Warschau und Zürich. Damals stellten die Unternehmen Farben für Stoffe, Leder, Kerzen, Bohnermassen, Seifen und solche für Nahrungs- und Genussmittel wie Butter, Käse, Säfte, Liköre her. Darüber hinaus produzierte man Holzbeizen und Farben für Moos, Gräser und Blumen.

Nachdem die Kölner Produktionsanlagen der Firma Heitmann im Zweiten Weltkrieg zerstört worden waren, verlegte man die Produktionsstätte ins westfälische Warburg. Brauns dagegen war von der deutschen Teilung betroffen: Während der Betrieb in Quedlinburg nach und nach verstaatlicht wurde, entstand in München die zunächst „Wilbra“ (für Wilhelm Brauns) und später wieder Brauns genannte Anilinfarbenfabrik. 1952 zog man nach Bad Aibling um.

Der 1. Oktober 1969 war aus heutiger Sicht das entscheidende Datum in der Unternehmenshistorie: Die beiden Traditionsunternehmen fusionierten zur Brauns-Heitmann GmbH & Co. KG. Nachdem die Standorte in Bad Aibling und Warburg zunächst erhalten geblieben waren, ist Warburg seit 1993 alleiniger Sitz. Das weiterhin familiengeführte Unternehmen beschäftigt heute 420 Mitarbeiter.

Apropos Eierfarben: Nachdem sie zunächst als Pulver produziert und abgefüllt worden waren, wurde dieses später in Tabletten-Form gepresst – wie bei den Iris-Eierfarben, dem Klassiker von Heitmann. Seit Jahrzehnten bietet der Marktführer zudem gelartige Färbe-Stäbchen, Färbe-Blättchen und flüssige Farben an.

Gefärbte Eier erhalten übrigens mehr Leuchtkraft und Glanz, wenn man sie nach dem Trocknen mit etwas Fett (Speckschwarte oder Speiseöl) einreibt.

 

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