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Vom Petersdom in Rom bis zur Dresdner Frauenkirche


Bedeutende religiöse Architektur in Europa

Schönheit liegt stets im Auge des Betrachters. Das gilt auch in der Architektur, beispielsweise für Kirchen. Viele Gotteshäuser sind heute auch touristische Anziehungspunkte – wie der Petersdom in Rom. Den Vorgängerbau, auch Alt-St. Peter genannt, ließ Konstantin der Große um 324 als Grabeskirche über dem vermuteten Grab des Apostels Simon Petrus errichten, dem sie geweiht ist.

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Der Kölner Dom ist die Kathedrale des Erzbistums Köln und steht unter dem Patronat des Heiligen Petrus. 1996 wurde er von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Bild: Presseagentur Funk

Rund 1200 Jahre später und unter verschiedenen Baumeistern wurde die konstantinische Basilika immer mehr erweitert. 1547 übernahm sogar der berühmte Michelangelo die Bauleitung und unter Giacomo della Porta erhielt der Petersdom seine Kuppel. Heute fasst der Petersdom 20.000 Menschen und ist mit einer überbauten Fläche von 15.160 Quadratmetern eines der größten Kirchengebäude der Welt.

Bei deutschen Touristen noch beliebter ist die Kathedrale Notre Dame in Paris, was aber vielleicht auch an der Anziehungskraft der Stadt selbst liegen mag. Notre Dame wurde von 1163 bis 1345 erbaut und ist eines der frühesten gotischen Kirchengebäude Frankreichs. Bis zu 10.000 Personen finden in der Kirche Platz.

Während Notre Dame ein eher traditioneller Kirchenbau ist, beherbergt Barcelona eine besonders verrückt-moderne Version. Die Sagrada Familia ist eines von Antoni Gaudis berühmtesten Werken in Barcelona. Die gigantische Kirche ist seit 1882 im Bau und bis heute unvollendet. Charakteristisch ist ein wilder Stilmix, überall an der Kirche finden sich komplexe Verzierungen und dekorative Elemente. In fertigem Zustand soll die Kirche 18 Türme haben.

Weniger bizarr, dafür sehr geheimnisvoll ist ein Kirchenbau in Schottland. Von Mythen umrankt zieht es jedes Jahr tausende Touristen zur Rosslyn Chapel, einer Kirche aus dem 15. Jahrhundert im Dorf Roslin bei Edinburgh. Einige Wissenschaftler sind der Ansicht, der heilige Gral sei von den Tempelrittern in Rosslyn versteckt worden. Die Spekulationen reichen auch von der Behauptung, der mumifizierte Kopf Jesus Christus wäre dort aufbewahrt, bis hin zur Vermutung, die Krypta verberge die schottischen Kronjuwelen. Es geht weiter Richtung Osten.

Die Basilius Kathedrale auf dem Roten Platz in Moskau ist ein einzigartiges Meisterwerk der altrussischen Baukunst aus dem 16. Jahrhundert und ist eines der sieben Wunder Russlands. 1552 ließ Zar Iwan der Schreckliche auf dem Roten Platz sieben Holzkirchen bauen. Wenig später wurden sie durch die Mariä-Schutz Kathedrale ersetzt. Den Spitznamen Basilius bekam die Kathedrale zu Ehren des seligen Basilius. Eine, wenn auch leicht beliebige, Liste der berühmtesten Kirchen wäre unvollständig ohne nicht zumindest auf deutsche Sakralbauten aufmerksam zu machen.

Der Kölner oder der Aachener Dom, das Ulmer oder Freiburger Münster – sie alle stellen unvergleichliche Bauwerke dar. Kaum eine Kirche hat die Deutschen aber gerade in den letzten Jahren so beschäftigt wie die Dresdener Frauenkirche – beziehungsweise der Wiederaufbau dieses Gotteshauses. Der Grundstein für die Kirche „Unserer Lieben Frauen“ wurde 1726 gelegt. Nach Plänen des Baumeisters George Bähr entstand ein barockes Wunderwerk, das auch heute noch als eine der bautechnisch anspruchsvollsten Kirchen weltweit gilt.

Bis 1990 lag das Gebäude nach den Bombardements von 1945 in Trümmern, erst nach der Wiedervereinigung erwachten neue Restaurierungsinitiativen zum Leben. So wurde die 2005 fertiggestellte neue Frauenkirche zum Symbol für ein modernes und wiederhergestelltes Dresden.

 

 

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