«

»

Lehrpfade vermitteln beim Wandern Wissen


Beim Spazierengehen etwas lernen

Einen Spaziergang machen und dabei noch etwas Wissenswertes lernen – das ist das Ziel von sogenannten Lehrpfaden. In der RWN-Region ist dies beispielsweise auf dem Bienenlehrpfad in Kasbach oder auf dem Geschichtsweg in Bad Honnef möglich.

Ein Insektenhotel schmückt unter anderem den Bienenlehrpfad in Kasbach. Dort haben auch Wieldbienen ein zu Hause gefunden, berichtet Hans-Hermann Schützeichel vom Imkerverein Linz und Unkel.
Bild: H. W. Lamberz

An einem Waldweg, der von Kasbach entlang der Strecke des Kasbachtalbähnchens in Richtung Kalenborn führt, stehen sie: Elf Informationstafeln zum Thema Bienen, die durch sie gewonnenen Produkte oder beispielsweise die Pflanzenbestäubung durch die nützlichen Tierchen. Auch ein Insektenhotel, in dem unter anderem Wildbienen ein zu Hause finden, ist am Wegesrand aufgestellt worden.

Möglich gemacht hat der Imkerverein Linz und Unkel diesen Bienenlehrpfad. Auf einer Strecke von etwa einem Kilometer ist seit Oktober 2015 alle 100 Meter eine Informationstafel zum Thema Bienen zu finden. „Wir haben die Info-Tafeln von unserem Landesverband zur Verfügung gestellt bekommen“, berichtet Hans-Hermann Schützeichel, Vorsitzender des Imkervereins Linz und Unkel. „Weil unser Verein die Spaziergänger zu den Bienen aufklären wollte, haben unsere Mitglieder die Tafeln im Wald aufgestellt.“

Seitdem werde der Kasbacher Bienenlehrpfad gut angenommen, berichtet Schützeichel, der in seiner Freizeit seit 40 Jahren der Imkerei nachgeht. „Die Informationsblätter, die am Insektenhotel für Interessierte ausliegen, müssen wir beinahe wöchentlich auffüllen“, erzählt der 68-Jährige aus St. Katharinen. Und natürlich bieten die Vereinsmitglieder auch kostenlose Führungen auf ihrem Bienenlehrpfad beispielsweise für Schulklassen an.

Imkerei ist wieder sehr beliebt

Überhaupt sei das Thema Imkerei wieder sehr beliebt, sagt Schützeichel: „Unser derzeit laufender  Anfängerkurs in Linz zum Thema Imkern wird wider Erwarten gut nachgefragt. Und unter unseren knapp 40 Mitgliedern sind sehr viele junge und weibliche Imker dabei.“ Übrigens arbeitet der Imkerverein Linz und Unkel auch schon an seinem nächsten Projekt. In Rheinbreitbach soll ein Bienenlehrstand für angehende Imker im Frühjahr fertiggestellt werden.

Das Ziel des Geschichtsweges in Bad Honnef ist dagegen, auf die historische Bedeutung von markanten Gebäuden, Straßen, Plätzen und landschaftlichen Punkten in der Kommune aufmerksam zu machen. In fünf Abschnitten wird der Weg von Rhöndorf (Teil I) nach Rommersdorf-Bondorf (Teil II), von dort zur Stadtmitte (Teil III) und über die fast in Vergessenheit geratenen früheren Stadtteile Mülheim und Beuel, auf die heute nur noch Straßennamen hinweisen, nach Selhof (Teil IV), dann hinauf nach Aegidienberg (Teil V) führen. Die Abschnitte werden seit 2012 nach und nach von einem ehrenamtlichen Arbeitskreis erstellt, zuletzt wurde am Tag des offenen Denkmals im September vergangenen Jahres der Teilabschnitt Innenstadt eingeweiht.

Neben dem historischen Baubestand soll der Bad Honnefer Geschichtsweg auch vor Augen führen, wo Verfall, Kriegseinwirkung und Zerstörung das frühere Erscheinungsbild der Stadt gravierend veränderten. Die 1938 in der Reichspogromnacht abgebrannte Synagoge unterhalb der Linzer Straße zeugt davon ebenso wie die Stolpersteine, die unter anderem an der Bergstraße die jüdischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft ins Gedächtnis rufen, heißt es in dem Informationstext zu dem Geschichtsweg.

Weitere Informationen zu dem Kasbacher Bienenlehrpfad gibt es im Internet unter www.imkerverein-linz-unkel.de und zum Bad Honnefer Geschichtsweg unter www.geschichtsweg-badhonnef.de. (msc)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.