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Ro-Bi‘s Puppenbühne


„Bin einem Lachkrampf hinter der Bühne oft nah“

Er ist Puppenspieler aus Leidenschaft und zieht mit Kasperle, Prinzessin, Hexe & Co. von Ort zu Ort: Roger Brink. Am Samstag, 2. Dezember, etwa gastierte er mit seinem Vorweihnachtsprogramm im Vorteil-Center Unkel, zwei Wochen später will er die kleinen und großen Zuschauer im Vorteil-Center Asbach auf das Weihnachtsfest einstimmen. Die Vorstellungen, mit viel Herz, Charme und Humor vorgetragen, beginnen jeweils um 11, 13 und 15 Uhr. Im Gespräch mit der RWN-Redaktion verrät der versierte Entertainer, dass die Kinder im Rheinland „anders ticken“ als im Ruhrgebiet.

Roger Brink, der Mann hinter den Puppen, sprach mit der RWN-Redaktion über seine Gratis-Aufführungen im Vorteil-Center, über seine Motivation und auch über seine jungen Gäste.
Bild: H. W. Lamberz (RWN-Archiv)

RWN: Herr Brink, wie und warum sind Sie Puppenspieler geworden?

Roger Brink: Seit über 40 Jahren arbeite ich als Bauchredner, Schauspieler und Magic-Entertainer. Schon früh haben mich viele Leute immer wieder gefragt: ,Machen Sie auch Bauchreden für Kinder?‘ Doch meine Bauchrednershow war in erster Linie für Erwachsene.

1998 haben meine Frau und ich dann überlegt was wir für Kinder machen können. So kamen wir auf die Idee, wir machen ein Puppentheater. Es ging los, Bühne bauen, Puppen bauen und Stücke schreiben. Dann Proben, wie beim Theater. Denn wenn man zu zweit spielt muss alles stimmen, vor allem die Stichworte. Meine Frau war da sehr streng.

Heute kann ich auch schon mal improvisieren da ich alleine spiele, weil meine Frau leider vor neun Jahren gestorben ist. Gott sei Dank habe ich heute einen sehr zuverlässigen Mitarbeiter, der mir beim Auf- und Abbau der Bühne sowie bei der Technik hilft.

 

Welcher Aspekt des Puppenspiels gefällt Ihnen dabei am besten?

Wenn ich spiele, kann ich die Kinder zwar nicht sehen, aber hören. Die Kommentare, die ich oft höre sind super. Da muss ich mich manchmal zusammen reißen, damit ich hinter der Bühne keinen Lachkrampf bekomme.

Es ist auch ein großer Unterschied ob wir im Rheinland oder im Ruhrgebiet arbeiten. Die Kinder sind anders. Die Kinder im Rheinland kennen Theater, im Ruhrgebiet meistens nicht. Um ein Beispiel zu nennen: Wir spielen Weihnachten oft beim Weihnachtsbrunch im Hotel Petersberg in Königswinter. Die Hexe spielte in einem Stück mit. Plötzlich hörte ich ein kleines Mädchen rufen, ,das finde ich aber nicht korrekt!‘ Im Ruhrgebiet hätte ich vielleicht gehört, ,mach ihn kaputt!‘“

 

Mit welchen Erwartungen dürfen die Kinder und Erwachsenen zu Ihren vorweihnachtlichen Vorstellungen in den Vorteil-Centern kommen?

Mit meinen Vorstellungen möchte ich die Kinder und auch die Erwachsenen schon auf  Weihnachten einstimmen. Dabei darf aber nicht der Humor und die Spannung zu kurz kommen.

 

Auf welche Neuerungen dürfen sich die kleinen und großen Zuschauer freuen? 

Die Neuerung in diesem Jahr ist vor allem das Stück ,Rotkäppchen‘. Das wollte ich eigentlich schon im letzten Jahr spielen. Doch es gefiel mir noch nicht so richtig. Deshalb habe ich es etwas umgeschrieben und hoffe, es gefällt genauso wie die anderen Stücke.

 

Welche weihnachtliche Botschaft möchten Sie in diesem Jahr mit Ihren drei Stücken vermitteln?

Wir spielen ja nicht nur in den Vorteil-Centern, sondern auch zum Beispiel in Köln-Chorweiler, wo viele Immigranten- und Flüchtlingskinder leben. Und obwohl sie vielleicht nicht jedes Wort verstehen und auch wenn Weihnachten ihnen fremd ist – sie sind  genauso begeistert. Da es so viel Unruhe in dieser Welt gibt, würde es mich freuen, wenn die Kinder und auch die Erwachsenen dieses für ein paar Minuten vergessen können.

 

Wem klatscht das Publikum am Ende Beifall, den Figuren, Ihnen oder der Geschichte?

Ich denke, dass in erster Linie der Beifall der Geschichte zukommt. Vielleicht auch ein bisschen mir. Auf jeden Fall sind die Kommentare, die ich später höre, manchmal mehr wert als die Gage. (imr)

 

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