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„Cosi fan tutte“ live im Cine 5


Bitterböse Geschichte

Verliebte möchten immer an die Unvergänglichkeit ihrer Liebe glauben und an die Reinheit des Herzens. Doch auch schon in Mozarts 1790 uraufgeführter Oper „Cosi fan tutte“ zerschellt dieser ewige Traum an der Realität. Weshalb? Das erfahren die Besucher am Ostersamstag, ab 19 Uhr, im Cine 5, wenn im Rahmen der beliebten Veranstaltungsreihe „Live aus Met“ das verblüffend zeitgemäße Meisterstück in bester HD-Qualität ins Asbacher Lichtspielhaus übertragen wird.

Das Asbacher Kino streamt die erst komische, später tragische Geschichte „Cosi fan tutte“ live aus New York.
Bild: Martin Smith/Met

Von keiner Oper Mozarts ist so wenig über die Entstehungsgeschichte bekannt wie bei „Così fan tutte“. Und an keiner von Mozarts Opern schieden sich die Geister mehr. Reichten die Rezensionen nach der Uraufführung noch von einem „bezaubernden Meisterwerk“ bis hin zu „albernem Zeug“, so wurde selbst im 20. Jahrhundert immer wieder die „Unmoral“ des Werkes an den Pranger gestellt und das Stück über viele Jahrzehnte hinweg als zu „frivol“ von der Bühne verbannt.

Denn in der letzten Kooperation Mozarts mit Librettist Lorenzo da Ponto wird die Geschichte eines unfreiwilligen Partnertausches zwischen zwei an sich glücklich ineinander verliebten Paaren erzählt. Doch letztlich kommen moralische Überzeugungen ins Wanken und menschliche Abgründe ans Licht.

Von der komischen Oper zur Tragödie

Der Beginn ist ganz im Geist einer komischen Oper: Die beiden Offiziere Ferrando und Guglielmo wetten – angespornt von dem diabolischen Philosophen Don Alfonso und der trickreichen Zofe Despina auf die Untreue ihrer zukünftigen Frauen, ziehen zum Schein in den Krieg und kehren bis zur Unkenntlichkeit verkleidet zu ihnen zurück, um ihnen in einem Verwechslungsspiel den Hof zu machen.

Die Frauen, ihre Verlobten Dorabella und Fiordiligi, erkennen ihre Männer deshalb nicht – und lassen sich auf eine Affäre mit den vermeintlich Fremden ein. Doch was als harmloser Scherz beginnt, verwandelt sich mehr und mehr in ein Drama von existentieller Dimension, das am Ende allen Beteiligten den Boden unter den Füßen wegzieht. (imr)

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