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Neue Wege der Verkehrsüberwachung


Blitzt es bald nicht mehr?

Vor fünf Jahren wurde in Nordrhein-Westfalen der Blitzmarathon erfunden. Tatsächlich kann sich NRW aber schon viel länger als Vorreiter für mehr Verkehrssicherheit wähnen – nämlich bereits seit genau 60 Jahren: 1957 setzte das nordrhein-westfälische Innenministerium in Düsseldorf bei einem Feldversuch zum ersten Mal in Deutschland überhaupt einen Blitzer ein. Ein Jahr später ging das „Verkehrs-Radar-Gerät 2“ der Firma Telefunken in Serie.

Installation einer Blitzanlage auf der A3 bei Neustadt. Erlebt die Technik bald einen Entwicklungsschub?
Bild: H. W. Lamberz

Seitdem haben sich die Messtechniken vom Radar über Lichtschranken bis hin zum Laser weiterentwickelt. Dass sich die Zahl der Verkehrstoten in diesen 60 Jahren von rund 13.000 auf weit unter 4000 pro Jahr verringert hat, dürfen sich auch die bei Autofahrern nur bedingt beliebten Geschwindigkeitskontrolleure auf die Fahnen schreiben.

Eines ist jedoch über all die Jahre gleich geblieben: Die Fahrzeugidentifizierung durch das Kennzeichen per Foto. Betrüger, die ihr Nummernschild manipulieren oder Raser, die durch schlechte Wetterverhältnisse nicht erfasst werden, kommen somit – noch – ungestraft davon.

Ein RFID-Chip mit Identifikationsnummer im Kfz-Kennzeichen könnte dies künftig ändern. Daran arbeitet beispielsweise die H. J. Tönnjes E.A.S.T. GmbH & Co. KG. Ob sich das System aber durchsetzen kann? Dass die Firma im niedersächsischen Delmenhorst beheimatet und nicht im Verkehrssicherheitstrends setzenden NRW beheimatet ist, mag dagegen sprechen. Andererseits ist Nordrhein-Westfalen jüngst unter der neuen Landesregierung aus der mittlerweile bundesweit durchgeführten Blitzmarathon-Aktion ausgestiegen. Gut möglich also, dass sich das Land gerade von seiner Vorreiterrolle verabschiedet. (ct)

 

 

 

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