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Marken des Alltags: Bosch


Bosch ist der Hammer

Das Sortiment der Robert Bosch GmbH ist ungewöhnlich breit: Der weltweit führende Automobilzulieferer ist zugleich Hersteller von Industrie- und Gebäudetechnik, Verpackungstechnik, Haushaltsgeräten und nicht zuletzt – Elektrowerkzeugen: 1932 präsentierte Bosch auf der Leipziger Messe den weltweit ersten Bohrhammer. Schon bald wurde der Boschhammer zum Synonym für elektrische Bohr- und Schlaghämmer.

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Bild: Bosch

Im 15. November 1886 eröffnete Robert Bosch in Stuttgart eine „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“. Im Jahr darauf verbesserte er die von Siemens & Halske erfundene Magnetzündung für langsam laufende Gasmotoren. Den entscheidenden Schritt machte sein Mitarbeiter Arnold Zähringer 1896. Sein Zünder war auch für hochtourige Kraftfahrzeugmotoren verwendbar.

Eine nochmals verbesserte Version brachte dessen Kollege Gottlob Honold im Jahr 1901 zur Produktionsreife: die Hochspannungs-Magnetzündung. Bosch erhielt kurze Zeit später, am 7. Januar 1902, das Patent darauf. Auf dem Pariser Automobilsalon im Dezember desselben Jahres wurde die Bosch-Zündkerze erstmals vorgeführt. Nachdem sich das Fachpublikum anfangs skeptisch gezeigt hatte, wurde sie durch den erfolgreichen Einsatz im Motorsport immer populärer.

So war beispielsweise der Mercedes-Rennwagen des belgischen Automobilrennfahrers Camille Jenatzy, der im Jahr darauf beim Gordon-Bennett-Rennen in Irland überlegen siegte, mit einer Bosch-Zündung ausgerüstet. Der „Rote Teufel“ wurde zum Vorbild einer Zeichnung für das Bosch-Reklameposter von 1910, mit dem man noch heute in Oldtimer-Zeitschriften wirbt.

Kühlschränke und Warmwassergeräte

Die große Nachfrage erforderte schließlich den Bau eines eigenen, reinen Zündkerzenwerks, das 1914 in Stuttgart entstand. Bosch entwickelte sich nun zu einem breit aufgestellten Automobilzulieferer: Bereits ein Jahr zuvor waren Scheinwerfer mit reflektierenden Metallspiegeln und die als Bosch-Horn bekannten Hupen in Serie gegangen. In den 1920er Jahren erweiterte man die Palette um Scheibenwischer und Einspritzpumpen.

Neben der KFZ-Branche widmete Bosch sich ab 1929 auch dem Endverbraucher, indem man einen Kühlschrank entwickelte. Die Trommelform des Geräts, das 1933 auf den Markt kam, bot jedoch kaum Platz. Das zwei Jahre später folgende Modell wies dann die heute typische rechteckige Form auf und verfügte über deutlich mehr Stauraum. Ebenfalls 1933 hatte man die Berliner „Radiotelefon- und Apparatefabrik Ideal“ übernommen – den Hersteller der bekannten Blaupunkt-Autoradios. Auch die „Warmwasser-Apparatefabrik Junkers & Co.“ des Flugzeugpioniers Hugo Junkers gehört seither zu Bosch.

Kurz vor Kriegsausbruch wurde 1939 die Zündkerzenfabrik im oberfränkischen Bamberg eröffnet, die sich zum Leitwerk entwickelte und 2007 die 10-milliardste Zündkerze produzierte – ein weltweiter Rekord. 1941 entwickelten die Bosch-Ingenieure den Kupferkern für Zündkerzen, eine Technik, die 1973, im Jahr der Ölkrise, als benzinsparende Variante auf den Markt gebracht wurde. Heute ist Bosch ein international führendes Technologieunternehmen, das in seinen vielen verschiedenen Sparten über 300 000 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Boschhammer zum Bohren und Meißeln wurde seit 1932 selbstverständlich konsequent weiterentwickelt. 1975 wurde ein System zum werkzeuglosen Bohrer- und Meißelwechsel eingeführt, 1981 kam der weltweit erste Zwei-Kilo-Bohrhammer auf den Markt und drei Jahre später der erste Akku-Hammer
der Welt. (cm)

 

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