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Was fehlt, sind helfende Hände


Der jecke Nachwuchs

„In Linz sterben die Jecken nie aus – zum Glück!“ So steht es auf der offiziellen Karnevalsseite im Internetauftritt der Stadt Linz. So ganz stimmt dieser Spruch aber auch in der Bunten Stadt nicht mehr: Die Narren in der Region haben durchaus wachsende Nachwuchssorgen.

Kinderprinzessin Helena I. und Hofdame Sarah: In Ohlenberg ist der jecke Nachwuchs zunächst gesichert.
Bild: Verein

Bei den Karnevalisten in der Bunten Stadt betreffen die Nachwuchssorgen weniger die Mitgliederzahlen. Vielmehr drückt der Schuh bei den Akteuren, bei Tanzgarden, Musikgruppen und vor allem in der Bütt. Wolfgang „Wolli“ Klein, langjähriger Sitzungspräsident der Linzer KG, räumte aber bereits vor Jahren im RWN-Interview Sorgen um den Nachwuchs ein. Immerhin: Die eigens für den Nachwuchs installierte Jugendsitzung lockt nach wie vor die Besucher.

Manfred Himmelbach, Vorsitzender der KG Unkel, bringt es wohl für alle Karnevalsgesellschaften der Region auf den Punkt: „Heutzutage will in der Spaßgesellschaft jeder bespaßt werden, aber kaum einer ist bereits, für die Arbeit im Verein Freizeit zu opfern.“ Mit 180 Mitgliedern ist die Unkeler KG recht gut dran, aber nur rund 50 Prozent davon werden als Aktive geführt.

„Wenn es um Bühnenaufbau oder andere Dinge geht, dann sind es doch zumeist immer dieselben zehn oder zwölf Akteure.“ Himmelbach fügt hinzu: „Der eigentliche Nachwuchs, also beispielsweise in den Kindertanzgruppen, der ist ausreichend da. Was fehlt, ist der Mittelbau, also die Altersklasse zwischen 25 und 40, die die Arbeit übernehmen kann.“

Als zweitgrößter eingetragener Verein der Stadt kümmert sich der Neustädter Karnevalsverein ganz besonders um die Jugendarbeit. Neben Flohexpress und Kinderprinzengarde wurde vor wenigen Jahren eigens ein Jugendelferrat gegründet. Mit besonderem Erfolg, wie der kommissarische Geschäftsführer Christophe Abrassart zu berichten weiß: „Wir haben gerade in diesem Jahr viel neue Unterstützung in der Vereinsarbeit oder beim Aufbau gefunden. Da packen beispielsweise die Väter kräftig mit an.“ Jugendarbeit, so ist man in Neustadt überzeugt, kann sich also doppelt bezahlt machen. (fu)

 

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