«

»

Mein Verein: Wanderclub Köln-Erpel 96


Der Spaß steht im Vordergrund

Günter Witten ist Sprecher eines etwas außergewöhnlicheren Erpeler Vereins. Zum einen handelt es sich beim Wanderclub Köln-Erpel 96 um einen nicht eingetragenen Verein und zum anderen ist das wichtigste Vereinsziel eine jährliche Wanderung von Köln nach Erpel.

Gehört zu den Gründungsmitgliedern des Wanderclubs Köln-Erpel 96: Günter Witten aus Erpel. Höhepunkt bei dem Verein ist eine jährliche Wanderung von Köln nach Erpel.
Bild: Presseagentur Funk/msc

Das bekannte Lied „Heimweh nach Köln“ von Willi Ostermann hat einen maßgeblichen Anteil daran, dass der Wanderclub Köln-Erpel 96 im Jahr 1996 in der „alten Herrlichkeit am Rhein“ gegründet worden ist. „Wir haben in der Karnevalszeit am Tresen der Erpeler Gaststätte ,Om Maat‘ zu viert alte kölsche Lieder gesungen. Unter anderem „Heimweh nach Köln“ von Willi Ostermann. Darin kommt die Textpassage ,Ich möcht zu Fuß nach Kölle jon‘ vor“, berichtet Günter Witten. Kurzerhand entschlossen sich die vier Erpeler Gründungsmitglieder, sich einen Spaß aus dieser Textpassage zu machen, sie in „Ich möcht zu Fuß nach Erpel jon“ umzudichten und das Ganze in Tat umzusetzen.

Gesagt, getan. Zu viert machten sich die Erpeler 1996 mit dem Zug auf nach Köln und wanderten in zwei Tagesetappen von der rheinischen Metropole nach Erpel. Immer dabei der Proviantwagen, der mit einem Fahrrad gezogen wird und eine Gitarre. „Mittlerweile ist daraus eine Tradition geworden. Wir wandern einmal jährlich immer am letzten Wochenende im April von Köln nach Erpel“, erzählt Günter Witten, der bislang an jeder Wanderung teilgenommen hat. 13 aktive männliche  Mitwanderer aus Erpel hat der Wanderclub Köln-Erpel 96 inzwischen.

„Los geht es immer um 6.56 Uhr mit dem Zug von Erpel nach Köln“, erklärt der 72-jährige Witten. Im Kölner Dom zündet dann jeder Mitwanderer Kerzen an, bevor es zum Frühstück in ein Kölner Brauhaus geht. „Um 9 Uhr wird dann die 67 Kilometer lange Strecke von uns in Angriff genommen. Immer möglichst am Rhein entlang.“  In Niederkassel-Mondorf kehren die Erpeler Wanderer, die natürlich auch über einheitliche Club-T-Shirts mit dem Vereinslogo verfügen, schon seit Jahren in das Hotel Restaurant „Zum Börsch“ ein und feiern dort einen rheinischen Abend, bei dem viel gesungen und Musik mit dem Akkordeon und dem Bass gemacht wird. Nach einer Übernachtung geht es dann am nächsten Tag von Mondorf weiter Richtung Erpel, allerdings bis Rolandseck auf der linken Rheinseite.

Der letzte Zwischenstopp der Erpeler Wandergruppe ist schließlich am Rheinbreitbacher Biergarten „Auf dem Salmenfang“, bevor die Männer dann in Erpel von ihren Frauen meist mit einer Überraschung empfangen werden. „Zum Beispiel haben sie schon einmal eine Fußwaschung auf Erpeler Markplatz für uns vorbereitet. Und zum zehnjährigen Bestehen des Wanderclubs haben unsere Frauen uns einen roten Teppich ausgerollt und wir hatten einen Empfang im Erpeler Rathaus“, erzählt Günter Witten.

Mit dem Lied „Der Mai ist gekommen“ verfügt der nicht im Vereinsregister eingetragene Wanderclub auch über eine eigene Hymne, es gibt eine Jahreshauptversammlung, ein Sommerfest, eine Weihnachtsfeier und vor der eigentlichen Wanderung eine Vortour, „bei der getestet wird, ob die Mitglieder überhaupt noch so weit laufen können“, erläutert Witten.

Überhaupt stehe beim Wanderclub Köln-Erpel 96 der Spaß im Vordergrund. „Unser Wanderclub ist mittlerweile eine richtige Institution“, sagt Witten und fügt hinzu: „Für mich steht unser Wanderclub für Freundschaft, Zusammenhalt, Tradition und Freude.“ (msc)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.