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Hochzeitsfotograf Heinz Werner Lamberz berichtet


„Die Braut sagt meist, wo es langgeht“

Sie gehören zu den beliebtesten Motiven der Regenbogenpresse – Hochzeitbilder von Promis. Und werden teilweise horrend honoriert. So dürfte der Fotograf, der die streng geheime Hochzeit von Angelina Jolie und Brad Pitt ablichtete, für sein Leben ausgesorgt haben. Bis dahin muss Heinz-Werner Lamberz noch einige Male auf den Auflöser drücken.

Der Profi-Fotograf aus Unkel lichtet seit über 30 Jahren Hochzeitspaare ab. „Die größte Hochzeit, die ich je fotografiert habe, war die eines Bundeswehr-Hauptmanns. Da rückten alle Ehrenformationen der Bundeswehr, ein ganzes Bataillon und sogar zwei Schützenpanzer an“, erinnert er sich. Wahrscheinlich spielten bei diesem Aufwand auch Vater und Großvater des Bräutigams eine entscheidende Rolle. Sie beide kamen im Rang eines Generals zur Hochzeit.

In der Regel sind die Hochzeitsgesellschaften, für die der Profi-Fotograf engagiert wird, aber kleiner. Und nicht immer so gut vorbereitet wie bei den Vaterlandsverteidigern. „Es kommt schon vor, dass Brautpaare erst einen Tag vor der Hochzeit bei mir anfragen“, wundert sich Lamberz über manch konfuse Feierplanung. Er rät, sich so früh wie möglich mit dem Hochzeitsfotografen in Verbindung zu setzen, um die Details zu besprechen. „Als außenstehender Fotograf kann man da auch viel neutraler und objektiver an die Sache herangehen“, so Lamberz.

Bild-Vorschläge der künftigen Eheleute unterliegen seiner Erfahrung nach einem ungeschriebenen Gesetz: „Die Braut sagt meist, wo es langgeht“. Die Fotografier-Abläufe am Hochzeitstag selbst sind dann fast immer gleich. „Die standesamtliche Trauung hat das Ja-Sagen im Mittelpunkt, da ist wenig fotografischer Spielraum. Und auch in der Kirche folgt die Bildauswahl dem gewohnten Ritual mit Einmarsch, Trauzeugen-Aufstellung, Ringtausch, dem kirchlichen Segen und Kuss des Brautpaars“, schildert er die Routine.

Abwechslungsreicher wird es dann vor der Kirche. „Da gab es auch schon Brautpaare, die wollten ein Elternteil nicht mit auf dem Bild haben“, so Lamberz. Die Gründe dafür erfährt er meistens nicht. Wie auch nicht das Motiv, das zu dem kuriosesten Hochzeitsbild geführt hat, das Lamberz je knipsen musste. „Da fuhr der Bräutigam einen Löffelbagger, in dessen Schaufel seine Braut im Hochzeitskleid saß. Mit der Schaufel kippte er dann seine Angetraute in einen Teich“. Das Motiv wurde allerdings eine Woche nach der Hochzeit nachgestellt, denn mit nassen Kleidern hätte die Braut wohl schlecht den Hochzeitswalzer tanzen können.

In aller Regel sind die Hintergrund-Motive für die Hochzeitsbilder aber zahmer. „Sehr gerne werden alte Dorfkirchen, Parks oder Schlösser genommen“, schildert er die Vorlieben. Die Drachenburg ist dabei eines der beliebtesten Motive. Rund 500 Einzelbilder schießt der Linzer Fotograf während einer „normalen“ Hochzeit. „Dann wähle ich rund 250 aus und brenne sie auf eine CD. Daraus lässt sich gut ein Fotobuch machen“, so Lamberz.

Aufwändige Hochzeitsalben, in Leder gebunden und mit Silberbeschlag, sind seiner Erfahrung nach out. Dass er trotz der Inflation von Smartphone-Knipsern immer noch als Hochzeits-Fotograf gebucht wird, ist für ihn eigentlich logisch. „Kleine 9 auf 13-Abzüge gehen zwar einigermaßen als Schnappschuss, aber schöne Hochzeitsbilder erreicht man oft nur durch einen bestimmten Ausschnitt, Belichtung oder Vergrößerung. Das geht mit den Smartphones eben nicht. Wer sich bei der Hochzeit auf Smartphones verlässt, ist verlassen“.

Und deshalb sind Brautpaare wohl auch künftig gut beraten, sich für die Bilder zum schönsten Tag ihres Lebens einem Profi anzuvertrauen. Wer sich über die Hochzeits-Arbeit von Heinz-Werner Lamberz einmal informieren möchte, erfährt auf seiner Webseite www.creativ-picture.de Näheres.

 

 

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