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Mit Menschen: Elisabeth Schneider


Die Proportionen müssen stimmen

Es ist der Fotorealismus, der es Elisabeth Schneider angetan hat. Diese möglichst exakte Umsetzung einer Fotografie in Malerei. Und das gelingt ihr – ob bei der Anfertigung von Porträts oder der Abbildung einer Landschaft.

Die Fotorealismus-Künstlerin Elisabeth Schneider und ihr Bild mit kanarischen Feigen
Bild: Privat

Die in Bonn geborene und nun in Hennef wohnende Künstlerin malt Natur, Objekte oder Personen so natürlich und lebensecht, dass sie aus dem Rahmen heraustreten: Der Betrachter wird Teil der Landschaften, die dargestellte Person schaut mit wachem Blick in den Raum, die Früchte laden zum Hineinbeißen ein, die Blumen scheinen zu duften.

Dennoch sind ihre Werke kein bloßes Abbild der Wirklichkeit. Denn wenn man genau hinschaut, ist immer eine effektvolle Führung des Pinsels zu erkennen, die die Wirkung und Ausstrahlung einer Person oder Objektes unterstreicht.

Von Farben und dem Malen war Elisabeth Schneider schon immer fasziniert. Eine Tante erkannte ihr Talent und ermutigte die damals Elfjährige  zur Teilnahme an einem Kunstwettbewerb im Bonner Museum König.  Wie der Wettbewerb ausgegangen ist, daran kann sich Elisabeth Schneider nicht mehr erinnern.

Doch von diesem Zeitpunkt an hat sie das Malen nicht mehr losgelassen. Obwohl ihre berufliche Entwicklung zunächst in eine andere Richtung ging. Sie machte eine Ausbildung als Krankenschwester, arbeitete in diesem Beruf acht Jahre, heiratete, zog eine Tochter und einen Sohn groß, absolvierte nach der Familienpause eine Ausbildung zur Dekorateurin und wurde Einrichtungsberaterin.

„Damals lernte ich perspektivisch zu sehen. Das hat mir beim Malen sehr geholfen. Ich wurde sicherer“, sagt Elisabeth Schneider, die ihre Erfahrungen und ihr Können als Malerin inzwischen in Privatkursen vermittelt und weitergibt. Hochspannend ist für sie die Porträtmalerei. „Wenn ich ein Gesicht male, habe ich das Gefühl, dass die Person mit mir spricht und mir ihre Seele zeigt. Das einzufangen, ist die große Herausforderung. Gelingt mir das, gibt mir das eine große Zufriedenheit. Denn genau das ist für mich Kunst – dem Realen so nah wie möglich zu kommen. Da schaue ich nach dem kleinsten Detail“,  erläutert die 57-jährige Autodidaktin.

Dabei setzt Elisabeth Schneider nicht nur den Pinsel ein, sondern auch die Finger und Hände. Damit verstreicht sie die Farben vorsichtig, so dass sie ineinander verlaufen. Das Ergebnis: Weiche Übergänge und Konturen. Einfach ist das nicht. Das Malen erfordert Konzentration, Geduld und auch Handwerk. „Beim Fotorealismus müssen die Proportionen stimmen“, sagt Elisabeth Schneider.

Bevor es an das Malen geht, müssen diese mit einem Dreisatz ausgerechnet und auf ein Raster übertragen werden. Und erst nach der Vorzeichnung geht es in die Farben. Doch Elisabeth Schneiders Leidenschaft für das Malen ist ungebrochen: „Zum Malen braucht man Mut und Selbstvertrauen. Aber ich liebe die malerische Herausforderung.“

Weitere Informationen zu ihren Kursen, Auftragsarbeiten und ihren zahlreichen Werken gibt es im Internet unter www.elis-kurse.de. (an)

 

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