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Marken des Alltags: Philips


Die Sparte Licht ist heute eine unter vielen

Was Siemens für Deutschland ist, das ist Philips für die Niederlande. Nachdem 1882 die hierzulande erste Glühlampenfabrik eröffnet worden war, folgte neun Jahre später eine entsprechende Werksgründung im Nachbarland. Beide Hersteller entwickelten sich in den darauffolgenden Jahrzehnten zu weltweit agierenden Elektronikkonzernen. Heute ist die Sparte Licht jeweils nur noch eine unter vielen – beziehungsweise soll abgespalten werden.

Philips_Personal_1910

Im Jahr 1910 zählte Philips bereits rund 2000 Mitarbeiter.
Bilder: Philips

Am 15. Mai 1891 wurde das Unternehmen Philips & Co. von Gerard Philips und seinem Vater Frederik in Eindhoven gegründet. Im Jahr darauf wurden mit zehn Arbeitern Kohlefadenlampen hergestellt. 1895 trat Gerards Bruder Anton in das expandierende Unternehmen ein. Bis zur Jahrhundertwende stieg Philips zum größten Glühlampenproduzenten Europas auf.

Gerard_Philips_1888

Gerard Philips

Die Firma, die 1910 bereits etwa 2000 Mitarbeiter beschäftigte, wurde zwei Jahre später in die Aktiengesellschaft N. V. Philips’ Gloeilampenfabrieken umgewandelt. Neben der Lichttechnik wurde die Röntgen- und Radiotechnologie das zweite große Betätigungsfeld. 1914 richtete man ein Forschungslabor ein, um physikalische und chemische Phänomene zu studieren und daraus Produktentwicklungen abzuleiten.

Im Jahre 1926 wurde die deutsche Tochtergesellschaft in Berlin gegründet. Ein Jahr später erwarb Philips die Hamburger Firma C.H.F. Müller, die Röntgentechnik und unter der Marke Valvo Rundfunkröhren produzierte. 1934 eröffnete Philips eine Radiogerätefabrik in Aachen. Aus deren Produktion stammten unter anderem das Rundfunkgerät „AachenSuper“ und der erste „Philishave“-Rasierer. Beide Produkte trugen maßgeblich zum Erfolg in Deutschland bei.

Fernsehproduktion in Krefeld

Der Zweite Weltkrieg beendete den wirtschaftlichen Aufstieg des Unternehmens. Als so genanntes „Feindvermögen“ wurde es 1943 unter deutsche Verwaltung gestellt, der Hauptsitz durch einen Bombenangriff vollständig zerstört. Mit der Evakuierung Aachens endete die dortige Produktion zunächst.

Frederik_Philips_1891Nach Kriegsende wurde die Hauptverwaltung von Berlin nach Hamburg verlegt und in Aachen ein Glühlampenwerk gegründet. 1947 entstand dort zudem eine Glasfabrik und in der 1948 gegründeten Berliner Apparatefabrik wurde die Produktion von Radios, Phono- und Tonbandgeräten sowie Elektrorasierern aufgenommen. Ab 1951 produzierte man in Krefeld Fernseher und ab 1954 in Aachen Bildröhren.

Im Jahr 1963 brachte Philips die Compact Cassette sowie den Cassetten-Recorder auf den Markt. 1967 – als das Farbfernsehen in Deutschland eingeführt wurde – startete man im Aachener Werk bereits mit der Serienproduktion von Farbbildröhren. Mit der UKW-Ferritantenne entwickelte die dortige Forschungsabteilung zudem den Hörfunk weiter.

Eine Revolution innerhalb der Unterhaltungselektronik gelang Philips 1983 mit der Erfindung der Compact Disc.

Nach der deutschen Wiedervereinigung übernahm man zwei Unternehmen in den neuen Bundesländern.Im Jahr 2000 eröffnete Philips in Hamburg eine Hightech-Röntgenröhrenfabrik – bis heute die modernste Fertigung für Röntgenröhren weltweit. Auch in die Lampenproduktion investierte der Konzern weiterhin: Mehr als fünfzig Millionen Euro flossen in die Erweiterung des Glühlampenwerks in Aachen. Zudem eröffnete man dort eine neue Fertigungslinie für Xenon-Lampen.

Übrigens: Als Offizieller Partner der Fußball-WM 2006 in Deutschland stattete Philips den größten Teil der WM-Stadien mit Beleuchtungstechnologie aus. In allen zwölf Austragungsorten machten zudem „Vidiwalls“ das so genannte „Public Viewing“ möglich.

 

 

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