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Marken des Alltags: Kosmos


Die Wissenschaft spielend entdecken

Wenn es darum geht, naturwissenschaftliche Kenntnisse auf spielerische Weise zu erwerben, dann ist die Stuttgarter Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co. KG eine der ersten Adressen. Das Unternehmen, das heute nicht zuletzt als Spieleverlag bekannt ist, hat sich in mittlerweile fast 200 Jahren mit Naturführern, Ratgebern, Technik- und Jugendbüchern sowie vor allem mit seinen Experimentierkästen einen Namen gemacht.

Seit fast 200 Jahren setzt der Frankh- Kosmos- Verlag auf Spiele, Jugendbücher und Experimentierkästen.
Bilder: Kosmos

Im Jahre 1822 gründete der Weinsteuereintreiber Johann Friedrich Franckh in Stuttgart die Franckhsche Verlagsbuchhandlung. Zunächst war das Verlagsprogramm durch belletristische Schriftsteller wie Wilhelm Hauff geprägt, den Märchen wie beispielsweise „Das kalte Herz“ oder „Zwerg Nase“ bekannt machten.

Als der Verlag 1893 von Walter Keller und Euchar Nehmann übernommen wurde, wandelte sich aufgrund der rasanten Entwicklung der Naturwissenschaften dessen Schwerpunkt. Unter dem Motto „Naturwissenschaften verstehen“ wurden die ersten Ratgeber und Sachbücher zu populärwissenschaftlichen Themen entwickelt. Bekannte Vertreter waren die monatlich erscheinenden Hefte „Kosmos Handweiser für Naturfreunde“, die den heutigen Verlagsnamen begründeten.

In den folgenden Jahren fand der griffige Name immer wieder Verwendung – beispielsweise 1903 bei der Gründung der „Kosmos – Gesellschaft der Naturfreunde“ und der erstmaligen Herausgabe des „Kosmos Sternbüchleins“ im Jahre 1909.

Im Jahre 1922 erschien der erste Kosmos Experimentierkasten, mit dem der Verlag den Anspruch erhob, die Welt der Naturwissenschaften und Technik für Kinder und Jugendliche verständlich und erlebbar zu machen.

Nachdem man 1935 erstmals das Pflanzenbestimmungsbuch „Was blüht denn da?“ auf den Markt gebracht hatte, wurde dem Verlag zwei Jahre später eine besondere Ehre zuteil: Auf der Weltausstellung in Paris erhielt man eine Auszeichnung für die Idee der Kosmos-Experimentierkästen.

Einer der Höhepunkte in der Verlagsgeschichte der Nachkriegszeit war zweifellos der erste ins Deutsche übersetzte Band der ursprünglich aus den Vereinigten Staaten stammenden Jugendbuch-Serie „Die drei ???“. Unter dem Titel „Die drei ??? und das Gespensterschloss“ erschien dieser 1968 bei Kosmos.

In den vergangenen 20 Jahren konnte der Verlag mehrere Jubiläen feiern: 1997 zunächst das 175-jährige Firmenbestehen. Im Jahr 2009 war das „Kosmos Himmelsjahr“, vormals „Kosmos Sternbüchlein“, seit 100 Jahren auf dem Markt – und 2010 erschien der bereits 150. Band der Erfolgsreihe „Die drei ???“. Dieser Jubiläumsband wurde erstmals auch als E-Book herausgegeben.

Die Verlegerfamilie Fleissner (Verlagsgruppe „LangenMüller“, „Herbig“ „nymphenburger“), heutiger Eigentümer von Kosmos, gab im Januar 2017 bekannt, ihre Standorte München und Stuttgart ab März zusammenzulegen. In der baden-württembergischen Landeshauptstadt ist in diesem Zusammenhang aber kein Stellenabbau zu befürchten, wie Franckh-Kosmos erklärte – im Gegenteil: Für die Programmarbeit suche die Gruppe zusätzliche Redakteure.

Apropos „Spielend lernen“: Die Idee, wissenschaftlich fundierte Informationen für jedermann anzubieten, die seinerzeit im Zusammenhang mit den ersten Kosmos Experimentierkästen geboren wurde, bestimmt in weiten Teilen bis heute das Programm des Verlages. (cm)

 

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