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Unterschiedliche Geschwindigkeiten beim Breitbandausbau


Digitale Autobahn führt auch durch Erl – irgendwann

Die Volksweisheit von den Letzten, die dann doch die ersten sein werden, die gilt beim Thema Breitbandversorgung im Kreis Neuwied nicht. Schließlich war der Kreis eher eine der ersten Regionen im Land, die vor Monaten den Finger gehoben hat, als es um mögliche Zusatzförderungen aus Berlin ging. Seitdem künden Erste Spatenstiche, vor allem aber der Fortgang der Kanalarbeiten von einer für Wirtschaft und Bürger gleichermaßen wichtigen Trendwende.

MdB Erwin Rüddel (Zweiter von links) und Landratskandidat Achim Hallerbach (links) informieren sich vor Ort bei Waldbreitbach über den Verlauf der Glasfaserverlegung.
Bild: Kreis

Bislang gehören noch immer weite Teile des Landkreises zu den „weißen Flecken“ auf den Versorgungskarten in Sachen Breitband. Zwar verkaufen die Kommunikationsunternehmen nach wie vor fleißig „Internetanschlüsse“, aber wer sich mit einer Bandbreite von 500 KB durchs weltweite Netz quälen muss, der gibt schnell auf. Was für den Surfer am heimischen PC vielleicht nur den Verzicht auf das Musikvideo aus dem Netz bedeutet, kann für Wirtschaftsunternehmen inzwischen leicht zur Existenzfrage werden.

Da klingt es schon beruhigend, wenn Manfred Rasbach von der Kreisverwaltung Neuwied optimistisch erklärt: „Wir werden im Ausbaugebiet I, also Neuwied, Waldbreitbach und Dierdorf schon bald den Ausbau abgeschlossen haben.“ 7,3 Millionen Euro Fördergelder hat der Bund für den Kreis Neuwied genehmigt und der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel wird nicht müde, dieses Engagement zu würdigen. „Schließlich ist digitale Zukunft gleichermaßen gut für die Lebensqualität und die wirtschaftliche Entwicklung.“

Bad Honnef, Linz und Unkel heißen die nächsten Regionen, in denen Bandbreiten von 500 MBit zum Regelfall werden sollen. Die Verbandsgemeinde Unkel gilt dabei als Musterfall, wurde hier doch bereits in der Vergangenheit Voraussetzungen für schnelles Netz geschaffen.

Die Rheinschiene, so Rasbach, wird aktuell angepackt, die Höhenlagen danach. In allen Verbandsgemeinden, in denen demnächst die Bagger vorfahren, werde es Bürgerinformationen der verschiedensten Art geben. Gemeinsam mit der Telekom hat der Kreis eine spezielle Website ins Internet gestellt. Wer ausreichend Bandbreite zum Surfen zur Verfügung hat (???), der kann sich sogar per Satellitenfoto informieren, ob und wann seine Straße Anschluss an die (Internet-)Welt erfährt.

Denn nicht selten verläuft die Grenze zwischen „In“ und „Out“ mitten durch eine Ortslage – beispielsweise in Kasbach-Ohlenberg. Während die Bagger in Kasbach schon ihr Werk verrichtet haben, wartet Ohlenberg noch. Bis Ende 2017 soll demnach auch hier der Ausbau abgeschlossen sein. Aber laut Info-Seite muss der Ortsteil Erl am Rande von Ohlenberg sogar noch viel länger warten. Bevor nun Umzüge geplant werden: Das ist die Werbe-Wirklichkeit.

Die RWN-Redaktion machte die Probe aufs Exempel, wollte für einen Anschluss in Ohlenberg dann schon mal den Antrag auf Zukunft stellen. „Geht nicht“, so die erfrischend eindeutige Auskunft der Telekom. Noch sei nicht klar, wann dieser Bereich versorgt werde, so die Antwort der Techniker, die wohl die Pressemeldungen ihres Arbeitgebers nicht kennen. (fu)

 

 

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