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Marken des Alltags: Festina


„Eile mit Weile“

In La Chaux-de-Fonds im Schweizer Kanton Neuenburg, einer Stadt, die zu den bekanntesten Uhrenstädten des Landes zählt, haben Edelmanufakturen wie TAG-Heuer, Ebel und Vacheron Constantin ihren Sitz. In deren nächster Nachbarschaft wurde Anfang des 20. Jahrhunderts eine Marke geschaffen, die heute zu den zehn erfolgreichsten und bekanntesten Uhrenmarken in Deutschland zählt: Festina.

 

f16921_1In der kleinen Schweizer Uhrenmanufaktur Stüdi & Fils wurde im Jahre 1902 erstmals der Name Festina in Goldbuchstaben auf die Zifferblätter von Armbanduhren geschrieben und als Warenzeichen eingetragen. Die Wortmarke wurde aus dem alten Leitspruch „Festina Lente“ – „Eile mit Weile“ abgeleitet, der damals eine Vielzahl von Pendeluhren zierte.

Im Jahre 1935 übergab die Gründerfamilie Stüdi ihre Manufaktur an den Unternehmer Willy Burkhard von Wilhelm, der sie in den darauffolgenden 40 Jahren erfolgreich weiterführte. Es folgten weitere Inhaberwechsel: 1975 wurde Festina zunächst von einem Uhrenliebhaber namens Georgo Ulmann übernommen und dann 1984 an den spanischen Unternehmer Miguel Rodriguez verkauft. Dieser hatte drei Jahre zuvor die Uhrenmarke Lotus geschaffen.

Unter der Führung des Spaniers wagte man bei Festina – nun mit Hauptsitz Barcelona – den Sprung in das neue Quarz-Zeitalter der Uhrentechnologie. Bis dahin hatte die Marke ausschließlich für hochwertige mechanische Uhren gestanden. Zudem erkannte man die zunehmende Bedeutung von Marketing und Sponsoring. So wurde 1990 das französische Profi-Radteam Festina gegründet, das vier Jahre später mit Bergspezialist Richard Virenque die Mannschaftswertung der Tour de France gewann. 1998, im Jahr der bis zu diesem Zeitpunkt größten Dopingaffäre der Sportgeschichte, wurde Festina offizieller Zeitnehmer des bedeutendsten Radrennens der Welt.

Nachdem die Festina-Lotus-Gruppe bereits 1989 die Luxusuhrenmarke Jaguar übernommen und 1996 das Label Calypso geschaffen hatte, um das unterste Marktsegment zu erschließen, erwarb sie sechs Jahre später die Schweizer Uhrenmarke Candino.

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Bilder: Festina

Das Modell Tour-Chrono, das Festina erstmals 1997 auf den Markt brachte, entwickelte sich zu einer jährlich erscheinenden Sportuhren-Sonderserie, die sich durch ihre robuste und hochwertige Verarbeitung auszeichnet. Als Reminiszenz an das Radsport-Engagement finden sich Details wie eine gezahnte Lünette, die einem Fahrradritzel ähnelt sowie die Elemente des Armbands, die an die Glieder einer Fahrradkette erinnern.

Im Jahr 2003 wurde Festina offizieller Zeitnehmer des Hamburger Ein-Tagesrennens Cyclassics und gründete 2005 in Deutschland ein Junior-Radteam. Im Jahre 2012 konnte man bereits das 110jährige Bestehen der Marke feiern.

Heute ist Festina eine weltweit bedeutsame Marke, die in mehr als 90 Ländern der Erde verkauft wird. Die Philosophie der Marke beschreibt das Unternehmen wie folgt: Nicht der äußere Schein bestimme den Preis, sondern nur die Qualität. Festina stehe sowohl bei Chronographen und klassischen Uhren als auch bei Trenduhren für Eleganz, Sportlichkeit und Qualität in bestem Preis-Leistungsverhältnis.

Neben dem Hauptsitz Barcelona unterhält Festina Filialen in der Schweiz, in Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, Tschechien, Polen, USA und Chile. Die Unternehmensgruppe beschäftigt weltweit über 3000 Menschen und verkauft pro Jahr mehr als fünf Millionen Uhren. (cm)

 

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