«

»

Rund um das Osterfest gibt es viele Zeremonien und Bräuche


Ein Lämmchen für die Feiertage

Am Osterfest wird alljährlich der Auferstehung Jesu Christi gedacht. Doch zum höchsten christlichen Feiertag gehören auch ganz verschiedene Zeremonien und Bräuche. 

Die Linzer Klapperjungen und -mädchen in Aktion.
Bild: H.-W. Lamberz

Am Linzer Neutor erinnert ein in Bronze gegossener Klapperjunge, der von der Linzer Künstlerin Inge Heim geschaffen wurde, an eine alte katholische Tradition rund um die Osterfeiertage. Denn an Karfreitag und -samstag schweigen die Kirchenglocken bis zur Osternacht, fliegen dem Volksmund nach in diesen Tagen nach Rom.

Seit Jahrhunderten ist es daher in Linz – wie auch in vielen anderen Orten katholischer Prägung – Brauch, dass an diesen Tagen zu den Zeiten des Angelusläutens um 6, 12 und 18 Uhr die Klapperjungen und -mädchen durch die Gassen der Stadt laufen und mit ihren lauten hölzernen Klappern die schweigenden Glocken ersetzen. Eine Tradition, die in der RWN-Region beispielsweise auch in Erpel am Leben gehalten wird.

Das Ei ist ein Symbol des Lebens

Zudem gehören natürlich auch die Ostereier und deren Suche zum Fest. „Das Ei ist ein Symbol des Lebens“, erklärt der katholische Pfarrer Heiner Gather vom Seelsorgebereich Rheinischer Westerwald, zu dem die Pfarreien St. Laurentius in Asbach, St. Pantaleon in Buchholz, St. Trinitatis in Ehrenstein, St. Maria Rosenkranzkönigin in Limbach, St. Antonius in Oberlahr und St. Bartholomäus in Windhagen gehören.

Auch die Segnung von Palmzweigen am Palmsonntag, in Deutschland meist symbolisch durch Buchsbaumzweige ersetzt, hat eine Bedeutung. „Die immergrünen Palmzweige sind auch ein Zeichen für das Leben“, erläutert Pfarrer Gather. Sie werden übrigens am Aschermittwoch des darauffolgenden Jahres verbrannt und mit Weihwasser vermischt, um dann als Grundlage für das sogenannte Aschekreuz zu dienen.

Das Osterlamm geht zum einen auf einen Brauch beim jüdischen Pessach-Fest zurück. Denn bei diesem Fest, das an den Auszug der Israeliten aus Ägypten erinnert, wird traditionell ein Lamm geschlachtet. Dem Johannes-Evangelium nach fand die Kreuzigung Jesu zu der Zeit statt, als die Pessach-Lämmer geschlachtet wurden.

An zwei Stellen des Johannes-Evangeliums weist zudem Johannes der Täufer auf Jesus Christus mit den Worten hin: „Seht, das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünden der Welt“, berichtet Pfarrer Gather. Traditionell werde das Lamm daher als Zeichen des Lebens und der Unschuld verstanden und sein weißes Fell symbolisiere die innere Reinheit. So weist auch in vielen Kirchen eine weiße Fahne auf den Sieg des Lammes hin, das symbolisch den Tod überwunden hat.

Neben einem Lammbraten an den Osterfeiertagen ist heute übrigens auch ein aus Rührteig gebackenes Osterlämmchen ein weit verbreiteter Osterbrauch.

Die Osterkerze brennt bis Pfingsten

Auch die Osterkerze gilt als ein Zeichen des Lebens. In der Osternacht von Karsamstag auf Ostersonntag wird die Osterkerze am geweihten Osterfeuer entzündet und in die dunkle Kirche getragen. Dabei werden von den Gläubigen die Worte „Christus ist das Licht – Gott sei ewig Dank“ gesprochen. Auch können die Gemeindemitglieder ihre eigenen Kerzen an der Osterkerze entzünden. Die Osterkerze brennt übrigens bis Pfingsten.

Das Osterfeuer geht dagegen auf einen heidnischen Brauch zurück. Doch dann wurde das Osterfeuer auch in den christlichen Glauben integriert. „Es kommt häufiger vor, dass Feste, die eigentlich einen heidnischen Ursprung hatten, sozusagen im Laufe der Zeit christianisiert wurden“, erläutert Pfarrer Heiner Gather. (msc)

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.