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Ein Schweinehirte überlistet Satan


Ein Pakt mit dem Teufel

Die Wied entspringt im Westerwald nördlich der Gemeinde Linden. Anfangs fließt sie Richtung Süd-Süd westen, dann am Ostufer in den Dreifelder Weiher und verlässt ihn in Richtung Nordwesten. Anschließend fließt die Wied in nordwestlicher Richtung nach Altenkirchen, dann westwärts.


Bild: Hans

In einem Dörfchen im Wiedwinkel lebte ein einfacher Bauer, der fleißig in die Kirche ging, aber es als Landwirt zu nichts brachte. Er verdingte sich als Schweinehirte für seinen reichen Nachbarn und trieb dessen Tiere in den Wald. Die Schweine   sollten sich mit Eicheln satt fressen.

Im Wald begegnete er einem feinen Herrn, kam ins Gespräch mit ihm und klagte ihm seine Not, dass er trotz allen Fleißes arm sei. Der feine Herr bat ihn, er solle ihm seine Seele verschreiben, dann könne er Geld haben, soviel er wolle. Ob er eine Seele habe, wusste der Bauer nicht einmal. Er willigte ein. Der feine Herr war der Teufel. Er versorgte ab sofort den Bauern täglich mit allem, was der Mann haben wollte. Nun rauchte der Bauer den besten Tabak, aß Würste so oft und soviel er nur konnte, und trank Bier und Schnaps.

Dann nahte der Tag, wo der Teufel seinen Lohn einforderte. Nun war es dem Bauern dann doch nicht geheuer, dass seine Seele dem Teufel gehören sollte. Er überlegte mit seiner Frau, wie sie den Teufel austricksen könnten.

Die Bäuerin schlachtete sämtliche Hühner, rupfte sie und breitete die Federn auf dem Tennenboden der Scheune aus. Dann musste die Bäuerin sich ausziehen und der Ehemann bestrich ihren gesamten Körper mit Teer. Nun wälzte sich die Frau in den Federn, nur die Augen blieben frei und die Nase wirkte wie ein Schnabel. Der Bauer ließ seine Frau nach oben klettern. Das Federngespenst sollte sich auf einen Balken setzen.

Bauernschläue zahlt sich offenbar aus

Und da kam der Teufel auch schon auf den Hof. „Heraus mit deiner Seele!“ herrschte er den Bauern an. „Nicht so eilig, mein Herr, meine Seele sollst du haben. Aber erst musst du mir sagen, was für ein Vogel da oben auf dem Balken sitzt.“ Der Teufel lachte und sagte: „Nichts leichter als das. Eine Eule ist es.“ „Falsch geraten“, entgegnete der schlaue Bauer. „Das ist meine Frau.“ Der Teufel hatte verloren und erhob sich grimmig in die
Lüfte.

 

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