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„The Exterminating Angel“ wird im Cine 5 gezeigt


Ein surreales Bühnenstück

Bei den Salzburger Fest-spielen sorgte sie im vergangenen Jahr für viel Begeisterung, Kritik und reichlich Gesprächsstoff: die Uraufführung der Oper „The Exterminating Angel“. Jetzt kommt der „Würgeengel“ von Thomas Adés zum Abschluss des Opernjahres 2017 im Rahmen der vielfach prämierten Veranstaltungsreihe „Live aus der Met“ am Samstag, 18. November, ab 19 Uhr, ins Cine 5 in Asbach.

Die Oper „The Exterminating Angel“ kommt im Asbacher Kino auf die Leinwand.
Bild: MET/Monika Rittershaus

Mit der Erfolgsproduktion der Salzburger Festspiele 2016 präsentiert die Met allen Klassikfans zum Kehraus 2017 eine Rarität. Inspiriert vom gleichnamigen Film des spanisch-mexikanischen Filmemachers Luis Buñuel schuf der englische Dirigent und Komponist Thomas Adès ein surreales Bühnenstück, das die Geschichte einer nie enden wollenden Dinner Party erzählt. Das Besondere bei dem zeitgenössisch-modernen Musik-Highlight: der Komponist steht höchstpersönlich am Pult.

In dem Bühnenwerk selbst beginnt alles scheinbar ganz normal. Eine elegante Gesellschaft trifft sich nach einer Opernpremiere zum Dinner in der Villa von Edmundo und Lucía de Nobile. Man plaudert und scherzt, flirtet und küsst. Doch  irgendetwas stimmt nicht: So finden manche Rituale zweimal statt, so als würden sie sich verselbstständigen – etwa der Einzug der Gäste oder der Toast auf die Opernsängerin –, und unter der lächelnden Oberfläche der gepflegt-unverbindlichen Konversation lauern irrationale Impulse, die die Grenzen der Etikette, der Vertraulichkeit und der Scham immer wieder verletzen.

Entspannter Abend wird zum Horrortrip

Diese beunruhigenden, doch letztlich harmlosen Fauxpas weichen Kontrollverlusten bedrohlicherer Natur, als die Gäste zu Eingeschlossenen, zu Gefangenen des Salons werden. Denn obwohl die Türen offen stehen, kann niemand das Haus verlassen. Eine magische Kraft hält sie zurück – und sorgt auch dafür, dass der entspannte Abend zu einem Horrortrip wird.

Die Fassade der Kultiviertheit, der gesellschaftlichen Konventionen und Masken fällt. Trotz aller Bemühungen, Moral und Manieren zu wahren, brechen Aggressivität und Barbarei, primitive Instinkte und Leidenschaften hervor, aber auch geheime Ängste und abgründige Bilder aus dem Unbewussten. Und auch der innere Abstand zu den Lämmern und dem Bären, die Gastgeber Lucía de Nobile als besonderen Gag für die Gäste vorbereitet hatte und die schlussendlich durch die Villa irren, nimmt ab.

„The Exterminating Angel“ wurde übrigens mit dem international begehrten Opernpreis „Beste Uraufführung 2016“ ausgezeichnet. (imr)

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