«

»

Die Geschichte des Wasserfalls bei Unkel


Eine Dusche ist Pflicht

Im Unkeler Hähnerbachtal, durch welches die Landstraße Richtung Bruchhausen führt, befindet sich einer der wenigen Wasserfälle in der Region. Dort werden alljährlich am 30. April die neuen Mitglieder des Unkeler Junggesellenvereins durch eine „Taufe“ in den Verein aufgenommen. Doch wie ist dieser Wasserfall überhaupt entstanden? 

Wer in den Junggesellenverein Unkel aufgenommen werden will, kommt an einer Dusche nicht vorbei.
Bild: Archiv (H.-W. Lamberz)

Es ist in Unkel seit langem ein wiederkehrendes Ritual. Bevor die Unkeler Junggesellen im Ortskern auf dem Willy-Brand-Platz den großen Stadtmaibaum und anschließend die privaten Liebesbeweise ihrer Mitglieder aufstellen, ziehen sie ins nahe gelegene Hähnerbachtal. Dort werden die neuen Mitglieder in den Junggesellenverein aufgenommen, indem sie sich unter das kalte Wasser des Wasserfalls stellen und taufen lassen. Übrigens wird für diese Tradition der Wasserfall extra aufgestaut.

Doch was hat es mit dem Wasserfall im Hähnerbachtal eigentlich auf sich? Die Antwort auf diese Frage kann der Unkeler Stadtarchivar Wilfried Meitzner beantworten. „Um das Jahr 1800 ist in der Nähe des heutigen Wasserfalls eine Kornmühle errichtet worden, die mithilfe eines Wasserrads betrieben worden ist.“ Doch dafür musste die Kornmühle mit ausreichend Wasser versorgt werden. Also wurde Wasser aus dem Hähnerbach abgeleitet und am Hang des Stuxberg entlang bis zur damaligen Mühle geführt. „Es ist auch extra dafür ein Stauteich angelegt worden, der aber mittlerweile trocken ist“, weiß der Stadtarchivar zu berichten. Damals führte übrigens noch keine Straße durch das Hähnerbachtal Richtung Bruchhausen.

Kurz nach der Gründung des Unkeler Verkehrs- und Verschönerungsvereins kamen dann um das Jahr 1885 einige Mitglieder auf die Idee, sich die Wasserumleitung zur Kornmühle zunutze zu machen und von dort aus einen künstlichen Wasserfall abzuleiten. „Das sollte damals vor allem ein Platz für Touristen werden und ist dann etwas hochtrabend Unkeler Schweiz getauft worden“, erklärt Wilfried Meitzner. Zudem sind aus den alten Mühlrädern, als die Wassermühle nicht mehr in Betrieb war, Tische am Fuße des Wasserfalls errichtet worden. Die Mühle ist später dann übrigens abgerissen worden.

„Eine wirkliche Funktion hat der künstliche Wasserfall im Hähnerbachtal nicht, außer dass dort jedes Jahr die neuen Unkeler Junggesellen getauft werden und sich die Wanderer, die durch das Hähnerbachtal laufen, an seinem Anblick erfreuen können“, erklärt der Unkeler Stadtarchivar. (msc)

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.