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Endstation Asbach

Seit dem Jahr 2000 gibt es in Asbach ein Museum, das die Geschichte der Rhein-Sieg-Eisenbahn dokumentiert. Dass es dazu kam, kann man als glückliches Aufeinandertreffen zweier Interessen bezeichnen: Die Gemeinde suchte nach einer Verwendung für das Bahnhofsareal samt Empfangsgebäude und Lokschuppen – und ein Bonner Eisenbahnexperte brauchte eine Unterstellmöglichkeit für seine Dampflok.

Wolfgang Clössner 8

Bahnexperte Wolfgang Clössner und seine „53“ am Lokschuppen in Asbach.
Bild: Presseagentur Funk

Die Geschichte der Bröltalbahn ist eng verknüpft mit den Erz- und Basaltvorkommen der Region. Um den Abtransport des Eisenerzes aus Ruppichteroth mit Pferde- und Ochsenkarren zur Troisdorfer Friedrich-Wilhelms-Hütte zu ermöglichen, erhielt das Bröltal im Jahr 1857 eine Straße, die dem Verlauf der heutigen B 478 (Hennef-Waldbröl) folgte.

Drei Jahre später schloss das Hüttenwerk einen Vertrag mit den betroffenen Gemeinden, der ihm ein Gebrauchsrecht der Straße für eine schmalspurige Pferde-Eisenbahn einräumte. Am Pfingstsonntag des Jahres 1862 wurde die Strecke von Ruppichteroth nach Hennef eröffnet. Dort wurde das Eisenerz zum Weitertransport auf die normalspurige Köln-Gießener Eisenbahn umgeladen.

Im Folgejahr wurde die Bahn auf Dampfbetrieb umgestellt. Die Bröltalbahn mit ihrer Spurweite von 78,5 cm war die erste Schmalspurbahn des öffentlichen Verkehrs in Deutschland. Da der Erztransport Ende der 1860er Jahre zurückging, baute man für den Personenverkehr eine Strecke bis nach Waldbröl, die im September 1870 eröffnet wurde.

Nachdem das Troisdorfer Hüttenwerk die Bahn 1885 an ein Bankenkonsortium verkauft hatte, begann ein umfangreicher Ausbau des Streckennetzes für den Basalt-Transport aus dem nordwestlichen Westerwald: Am 1. Dezember 1891 wurde die Strecke Hennef-Beuel eröffnet, im Januar 1892 folgte die Verbindung Hennef-Buchholz und am 15. August wurde das letzte Teilstück über Bennau-Tal nach Asbach fertiggestellt.

Im selben Jahr verlegte die bereits 1888 gegründete Basalt-Actien-Gesellschaft ihren Firmensitz von Köln nach Linz. Deren Basaltsteinbrüche bekamen eigene Gleisanschlüsse. Diese Stichbahnen führten unter anderem nach Bennau, zum Limbergskopf und zum Mückenfeldchen bei Hussen. 1912 erschloss man den Bruch Hinterplag durch eine Seilbahn. Die Bröltalbahn brachte den Basalt nach Beuel, wo er auf Rheinschiffe verladen wurde.

Das vulkanische Gestein aus dem Asbacher Land wurde aufgrund seiner druck- und verschleißfesten Beschaffenheit an vielen Orten Deutschlands und im benachbarten Ausland verbaut. Man findet es in den Linzer Befestigungstürmen, in der Kölner Hafenmauer, im Hindenburg-Damm, auf Helgoland und am IJsselmeer.

Linienbusse wurden wirtschaftlicher

Die Bröltalbahn, an der die Basalt AG seit 1917 die Aktienmehrheit hielt, wurde 1921 in „Rhein-Sieg-Eisenbahn“ umbenannt. Nachdem der Schienenverkehr aufgrund der Weltwirtschaftskrise massiv zurückgegangen war, erreichte er zwischen den Weltkriegen den höchsten Stand. In der Nachkriegszeit erwiesen sich jedoch Linienbusse als wirtschaftlicher, was dazu führte, dass am 1. August 1956 der letzte Personenzug zwischen Hennef und Asbach verkehrte. Bis 1963 wurde auch der Güterverkehr stillgelegt, da die verbliebenen Steinbrüche Limbergskopf und Bennau ausgebeutet waren.

Im Oktober des Jahres 2000 kehrte die Dampflok 53 des Bahnexperten Wolfgang Clössner dann „heim“ in den Asbacher Lokschuppen. Einmal im Monat öffnet das Museum in der Sommersaison seine Pforten, das nächste Mal am 14. September von 11 bis 17 Uhr.

 

 

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