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Marken des Alltags: Vitakraft


Erst die Vögel, dann das Futter

Ob Wellensittich, Katze oder Hund: Die Marke Vitakraft bietet Futter und Zubehör für nahezu alle Arten von Heimtieren und verkauft diese in über 20 Länder. Der größte Absatzmarkt des heute in Bremen ansässigen Unternehmens liegt mit den USA und Kanada in Nordamerika, gefolgt von Mitteleuropa. Auf den weiteren Rängen rangieren dann, mit einigem Abstand, Märkte in Asien, der pazifische Raum und Südamerika.

Picture of a budgie eating mixed seed

„Vitakraft gibt Lebenskraft“ verspricht ein Slogan des in der Heimtierbranche tätigen Markenunternehmens, dessen Ursprünge bis in das Jahr 1837 zurückreichen.
Bild: fotolia/ nathan_0834

Im Jahre 1837 eröffnete Heinrich Wührmann im niedersächsischen Stuhr-Heiligenrode ein Landhandelsunternehmen. Sein Enkel Heino übernahm später im Alter von 16 Jahren das Geschäft und entwickelte es zu einem der ersten Futtermittelhersteller für Heimtiernahrung in Deutschland.

Damals, um 1920, hielten sich schon viele Menschen Ziervögel in der heimischen Wohnung, die Händler aus den Kolonien nach Deutschland mitgebracht hatten. Wührmann begann, diese zu züchten. Allerdings kannte man seinerzeit weder Vogelfutter noch Saatmischungen im heutigen Sinn. Also fing Wührmann an, eigene Mischungen zusammenzustellen und testete, was den Vögeln gut tat. Schließlich bot er die Futtermischungen in 1 kg-Säckchen verpackt zum Verkauf an – zunächst in seinem Laden, später auch unter dem Namen „Klosterkraft“ in Warenhäusern. Der Name war allerdings sehr unglücklich gewählt, denn „Kloster“ bedeutet auf plattdeutsch „Toilette“. Daher benannte Heino Wührmann sein Futter schließlich in Vitakraft um und schuf den Slogan „Vitakraft gibt Lebenskraft“. Erstmals wurden Futtermischungen industriell hergestellt, abgefüllt und zum Markenartikel gemacht.

Wührmann hatte Produkte entwickelt, für die ungeahnte Nachfrage bestand: Aus dem Ein-Mann-Kolonialwarenladen entwickelte sich ein expandierendes Unternehmen, das Samenfachgeschäfte ebenso belieferte wie Kaufhäuser und Drogerien.

Im 100. Firmenjahr, zwei Jahre vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, zog die Firma nach Bremen, wurde nach dem Krieg wieder aufgebaut und exportierte ab den 1950er Jahren in die europäischen Nachbarländer.

Die Vitakraft-Werke Wührmann & Sohn GmbH & Co sind heute auf der ganzen Welt präsent und vertreiben als Vollsortimenter circa 8000 verschiedene Produkte für sieben Tierkategorien. Zuletzt wurde 2012 eine Vertriebsgesellschaft in China gegründet. In Deutschland ist die Marke in allen einschlägigen Geschäften zu finden – im Zoofachhandel ebenso wie im Lebensmitteleinzelhandel oder beim Discounter.

Da in deutschen Haushalten aktuell über 30 Millionen Haustiere leben, ist der Markt entsprechend hart umkämpft. In diesem Umfeld profitiert Vitakraft nicht nur von der langen Tradition und dem seit Jahrzehnten eingeführten Namen, sondern auch vom Vertrauen der Kunden, das auf der Erfahrung des Anbieters beruht.

Inzwischen steht mit Christoph Wührmann bereits die sechste Generation an der Spitze des Familienunternehmens. Er ist als geschäftsführender Gesellschafter genauso stark mit der Firma verbunden wie seine Vorgänger. Nachdem der Großvater die Marke Vitakraft im deutschen Markt etablierte und der Vater international expandierte, will er die traditionsreiche Marke in die Welt der Neuen Medien führen.

Übrigens: Das meiste Geld für ihre Hunde geben – pro Kopf – die Deutschen aus. Die Briten allerdings halten mit acht Millionen Vierbeinern fast doppelt so viele Hunde wie die Bundesbürger. Dafür wiederum leben in deutschen Haushalten rund acht Millionen Katzen.

 

 

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