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Individuelle statt einheitliche Kleidung


Festlich gekleidet zur Erstkommunion

Die anstehenden Feste der Erstkommunion und Konfirmation möchten Eltern und Kinder besonders schön und festlich gestalten. Der Kleidung kommt dabei eine nicht unerhebliche Rolle zu. 

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Erstkommunion in Neustadt/Wied
Bild: Franz-Josef Wertenbruch

Weil es jeder  Pfarrei offen steht, die Kleiderordnung bei der Erstkommunion selbst zu regeln, tragen die Kommunionkinder im RWN-Land überwiegend weiße Kleider und dunkle Anzüge. Nur vereinzelt sind auch die schlichteren Einheitsgewänder, die sogenannten Alben zu sehen. So wie in der Pfarrei Oberlahr. Als einzige Pfarrei im Seelsorgebereich „Rheinischer Westerwald“ im Erzbistum Köln habe „St. Antonius vor zig Jahren die weißen Tuniken angeschafft“, weiß Gemeindevertreterin Rita Germscheid.

Als erste Ansprechpartnerin in der Kommunionvorbereitung auch in den Pfarreien Asbach, Buchholz und Windhagen, sind ihr die Diskussionen noch bestens in Erinnerung. „Der damalige Pfarrer Hauser hat diese schwierige Situation salomonisch gelöst.“ Seither sei es den Kindern in St. Antonius freigestellt, was sie zur Erstkommunion tragen möchten. „Und auch wenn die Alben wunderbar an die Taufe erinnern und die Aufmerksamkeit aller auf die Sakramente lenken, läuft es zumeist darauf hinaus, dass ein Drittel der Erstkommunionkinder die Tunika und die übrigen Jungens einen Anzug beziehungsweise die Mädchen ein festliches weißes Kleid tragen.“

Dem Anlass entsprechend, lautet auch die Kleiderempfehlung des Katholischen Kirchengemeindeverbandes Königswinter – Am Ölberg. „Wir erwarten weder weiße Kleider noch Anzüge“, erklärt Gemeindereferentin Dorothee Steinmann. Gleichwohl trügen alle Mädchen erfahrungsgemäß weiße Kleider. Bei den Jungen sei das Bild weniger einheitlich: „Da wird auch schon einmal eine helle Hose mit Strickjacke oder Vergleichbarem angezogen.“

Wichtig sei, dass sich die Kinder nicht verkleidet fühlen, „sondern etwas tragen, in dem sie sich wohl und festlich fühlen. In der Regel haben die Kinder da schon ein gutes Gespür.“ Auf die Idee, die Erstkommunion in der löchrigen Lieblingsjeans zu empfangen, komme nämlich niemand, so Steinmann.

Alben gab es in zwei der insgesamt fünf Kirchengemeinden bis vor wenigen Jahren. „Seit sich die Kommunionvorbereitung nicht mehr nur auf je eine Gemeinde beschränkt, haben wir als Pastoralteam den Familien freigestellt, ob Alben getragen werden oder nicht. Doch die Nachfrage danach hat von Jahr zu Jahr abgenommen. In diesem Jahr, übrigens das erste, in dem alle Gemeinden ein einheitliches Vorbereitungskonzept umsetzen, wird kein Kind eine Albe tragen.“

Entscheidungsfreiheit in der Kleiderfrage genießen auch die Familien im Katholischen Kirchengemeindeverband der VG Unkel. „Wir sprechen keine Empfehlung aus“, sagt Diakon Winfried Reers. „Manchmal tragen auch zwei Kinder, dann mal wieder fünf Kinder unsere Alben. In den letzten 25 Jahren ist es zweimal geschehen, dass alle Kinder in unseren Alben vor den Altar getreten sind. Das war ein sehr schönes Bild.“

In den Pfarreien Neustadt/Wied und Horhausen gehen die Kinder ausschließlich in individueller festlicher Kleidung zur Erstkommunion. Eine einheitliche Kleidung entspreche letztlich auch nicht den Kindern, die Kleidung auch als Teil ihrer Identität sehen, führt Pfarrer Peter Strauch aus. Und genau diese Identität sei auch vor Gott richtig. „Natürlich weise ich die Eltern aber auch darauf hin, dass das Hauptaugenmerk nicht auf der Kleidung liegen und damit auch keine hohen Investitionen notwendig machen darf. Sie soll zum Ausdruck bringen, dass es sich um einen besonderen Tag handelt, mehr nicht.“

Ähnlich stellt sich die Situation in der Pfarrgemeinschaft Linz dar. „Wir empfehlen eine festliche Kleidung, in der sich das Kind wohlfühlt. Das kann durchaus auch ein flotter Blazer und eine elegante Jeans sein. Es gab auch schon Jungs mit schicken Chucks“, berichtet Gemeindereferentin Eva Dech. „Es lag uns schon immer fern, irgendwelche Vorschriften zu machen.“ Zwar habe es in St. Katharina und Vettelschoß Überlegungen zu Alben gegeben, doch letztlich habe man sich gegen die Uniformiertheit und für die Vielfalt entschieden.“

Doch nicht jedes Kleidungsstück sei für einen solch feierlichen Akt angemessen, betont Pfarrerin Gudrun-Weber Gerhards von der Evangelische Kirchengemeinde Altenkirchen: „Wir empfehlen unseren Konfirmanden eine angemessen festliche Kleidung. Denn die Konfirmation ist ein besonderes Ereignis, dem man versuchen sollte, gerecht zu werden.“ Sie rät: „Mit Absprachen im Vorfeld lassen sich mögliche Anziehprobleme frühzeitig lösen.“ (imr)

 

 

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