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Straßenbeleuchtung wird auf LED umgestellt


Gemeinden erstrahlen in neuem Licht

In vielen Kommunen gehen 30 bis 50 Prozent des Stromverbrauchs auf das Konto der Straßenbeleuchtung. In kleineren Gemeinden liegt der Verbrauch häufig gar noch höher. Doch trotz großer Energie- und Kosteneinsparpotenziale und Fördermöglichkeiten zögern viele Ortschaften angesichts knapper Kassen noch, ihre veraltete, ineffiziente Straßenbeleuchtungsanlagen zu modernisieren. Leuchtende Vorbilder gibt es allerdings auch im RWN-Land.

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Geringe LED-Rate in Honnef: Der Handlungsdruck ist dank der Nutzung von Natrium-Dampflampen nicht sehr groß.
Bild: BHAG

Gute Straßenbeleuchtung ist unverzichtbar: Sie reduziert die Zahl der Unfälle, schafft Image und Identität, ist ein wichtiger Faktor im Fremdenverkehrsmarketing. Und sie gibt Sicherheit, denn mit zunehmender Beleuchtung nehmen Einbrüche und Gewaltdelikte deutlich ab. Doch noch immer ist etwa ein Drittel aller deutschen Straßen mit ineffizienten Anlagen aus den 1960er Jahren ausgestattet. Die Folge: Den Kommunen wachsen die Kosten für Energie und Wartung der veralteten Anlagen über den Kopf. Zudem gelten die alten Quecksilberdampflampen auch ökologisch als sehr bedenklich.

Anders die hochmoderne LED-Technik. Sie ist nicht nur effizient, auch die Lichtausbeute ist hoch. Zudem lässt sich ihr Lichtstrahl gezielt bündeln. So lassen sich Straßen und Wege beleuchten, wohingegen etwa Bäume, Schlafzimmerfenster und der Nachthimmel von überflüssigem Licht verschont bleiben.

In eine Art Vorreiter-Rolle im Landkreis Neuwied sind die sechs Ortsgemeinden Waldbreitbachs geschlüpft. Hier wurde der Austausch der Leuchtmittel, insgesamt 2120 LEDs, in einem Zug realisiert. Die Straßenlampen an sich wurden nicht erneuert, da ansonsten Beitragskosten für die Bürger entstanden wären.

Noch in der Umsetzungsphase befinden sich derzeit die Puderbacher Gemeinden. In Puderbach selbst wurden in einem Schritt rund 420 Leuchten mit einem Jahresverbrauch von etwa 200.000 kWh gegen LEDs getauscht, in Oberdreis werden es 170 und in Dürrholz rund 40 Langfeldleuchten sein.

Nach der Modernisierung soll der Verbrauch in Puderbach bei etwa 40.000 kWh liegen. „Dementsprechend rechnen wir mit Kostenersparnissen von 70 bis 80 Prozent“, kalkuliert Bauamtsleiter Markus Sommer. „In Oberdreis und Dürrholz dürfte sich der Verbrauch auf ein Drittel reduzieren. Dank Fördergeldern hat sich die investive Maßnahme voraussichtlich in acht Jahren amortisiert.“

Von rund 3200 Leuchten im Stadtgebiet von Bad Honnef hingegen wurden bisher nur 150 Leuchten auf LED-Technik umgerüstet. Am Rathausplatz etwa wurden 46 alte Leuchten durch 31 neue Hightech-Leuchten ersetzt. „Der Handlungsdruck zur Umrüstung ist nicht sehr groß, da vor längerer Zeit viele Leuchten auf den Betrieb mit Natrium-Dampflampen mit orange farbenem Licht umgerüstet wurden. Diese Technologie ist ähnlich effizient wie die LED-Beleuchtung“ erläutert Jens Nehl, Technischer Vorstand der Bad Honnef AG.

Das Unternehmen hat für die Stadt die Betriebsführung der Straßenbeleuchtung übernommen. „Heute denken wir vermehrt über Beleuchtungskonzepte nach. So lassen sich zum Beispiel mit LED-Leuchten stufenlos Beleuchtungsniveaus regulieren, wie eine Anliegerstraße, die in der Zeit von 18 bis 21 Uhr mit 100 Prozent, zwischen 21 und 23 Uhr mit 70 und danach vielleicht nur noch mit 30 Prozent Beleuchtungsniveau betrieben wird, was allerdings ausreicht, um vereinzelten Nutzern der Straße die Orientierung zu ermöglichen.“

 

 

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