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Mein Verein: Linzer Nadelspielereien


Gemeinsam ist es geselliger

Dienstagabends kommt im „Linzer Salons“ immer eine bunt gemischte Gruppe handarbeitsbegeisterter Frauen zusammen, um dem Hobby zu frönen, Ideen auszutauschen und neue Techniken auszuprobieren.

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Geschickt mit Nadel und Faden sind die Frauen der „Linzer Nadelspielerei“ (von links): Uschi Brühl, Hiltrud Fach, Renate Hofmann, Alex Hahn, Annette Schütte, Angelika Kalka, Heide Zickler und Magdalena Niederée.
Bild: Presseagentur Funk

Ins Leben gerufen wurde die Kreativgruppe, die mittlerweile den Namen „Linzer Nadelspielereien“ trägt, von der ortsansässigen Ursula Brühl. Mittels eines Aufrufs hatte sie Leute gesucht, die Spaß am Handarbeiten haben und Lust daran, sich zu treffen. Los ging es im Januar 2014. „Wir haben uns erst mal alle 14 Tage im Café-Bistro am Markt getroffen“, erklärt die Initiatorin. „Seit Januar 2015, seitdem das hier eröffnet worden ist, treffen wir uns im Linzer Salon.“

Die Räume über der Sparkasse in der Mittelstraße 22 können von Linzer Bürgern für Sozialinitiativen kostenfrei genutzt werden. Jeden Dienstag kommt die Gruppe, die mittlerweile aus etwa zehn bis fünfzehn Frauen besteht, nun von 18 bis 20 Uhr dort zusammen. „Durch die Anzeigen, die wir in den kostenfreien Informationsschriften schalten, kommen auch immer mal wieder Neue dazu“, weiß Brühl.

Bei den Treffen gruppieren sich die Mitglieder um einen großen Tisch, arbeiten an ihren Handarbeiten und tauschen sich untereinander aus. Heide Zickler aus Erpel schätzt an den Treffen, dass man sich gegenseitig helfen kann und irgendwer meist die Lösung weiß. „Ich habe hier Strümpfe stricken gelernt. Ich hab vorher Pullover, Mützen, Schals gestrickt, aber keine Strümpfe“, weiß die gebürtige Magdeburgerin Renate Hofmann zu berichten.

Einig sind sich die Frauen zwischen Anfang 30 und 90 auch darüber, dass es einfach geselliger ist gemeinsam zu handarbeiten, statt alleine zu Hause. Von den Frauen, die sich auf ihre Initiative hin zusammengefunden haben, kannte Uschi Brühl vorher niemand. Ähnlich geht es auch den anderen.

Gestrickte Ritterhelme

Das Betätigungsspektrum innerhalb der Gruppe ist durchaus breit. „Alex Hahn macht Kindermützen, da fällt man vom Glauben ab“, erzählt Uschi Brühl. So hat die Mutter zweier Kinder etwa schon eine Ritterhelm-, Minion- und Frozen Elsa-Mütze sowie Feuerwehr- und Polizeipantoffeln gehäkelt.

„Bei mir sind‘s im Moment nur Dreieckstücher, weil die gut an kommen und ich die selber gerne mag“, erzählt Heide Zickler, die gerne strickt und stickt. Nähen ist für sie nur eine Notwendigkeit. Auch Brühl, die in ihrer Teenagerzeit ihre gesamte Garderobe selbst genäht hat, bezeichnet sich mittlerweile als eine „Strickliese“ und häkelt gerade Osterdekorationen.

Die Älteste in der Runde ist die 91-jährige Magdalena Niederée, die schon „immer“ handarbeitet. Unter anderem fertigt sie Tiffany-Sachen, 3D-Kissenbezüge und Glückwunschkarten an. Andere Mitglieder stellen Taschen aus Duschvorhängen, Regenschirmen oder Jeanshosen sowie Portemonnaies aus Tetrapaks her.

Wer bei den Handarbeitstreffen nähen möchte, hat dazu in einem Hinterzimmer Gelegenheit, in dem mehrere Nähmaschinen zur Verfügung stehen. Da sich immer wieder Leute melden, die Handarbeitszubehör abzugeben haben, verfügt die Gruppe über einen großen Fundus an Wolle, Garn, Stoff, Nadeln und vielem mehr.

„Man muss Spaß an kreativen Dingen haben“, benennt Heide Zickler die einzige Voraussetzung zur Teilnahme an der Kreativgruppe. Interessenten können einfach vorbeikommen und die Handarbeit mitbringen, an der sie gerade arbeitet, oder sich bei Rückfragen bei Angelika Kalka unter Telefon 0175/8 44 40 90 melden. Besonders würde sich die Kreativgruppe auch über die Teilnahme von Flüchtlingsfrauen freuen. Mitunter nehmen bereits zwei junge syrische Mädchen an den Treffen teil. (eg)

 

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