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„Generationenprojekt Bad Honnef“


Generationsübergreifendes Schaffen

Zwei Jahre lang hat sich die 50-jährige Lucie Leyendecker aus Bad Honnef im Rahmen des „Generationenprojekt Bad Honnef“ intensiv darum bemüht, Generationen zusammenzubringen. Auch wenn das Projekt im Mai 2016 offiziell zu Ende gegangen ist, haben von ihr angeschobene Angebote, wie etwa die „Zeit-Tauschbörse Bad Honnef“, nach wie vor Bestand.

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Eines der Projekte, die Leyendecker (links) im Rahmen des „Generationenprojekts Bad Honnef“ ins Rollen brachte, sind die von Simone Ullrich (rechts) betreuten „Familientipps“.
Bild: Generationenprojekt

Die Sparkassenstiftung Bad Honnef hatte 2014 beschlossen, für zwei Jahre einen Minijob zu finanzieren, um in Bad Honnef Jung und Alt zusammenzubringen. Initiiert und begleitet wurde das Generationenprojekt vom Förderverein „Hauptsache Familie – Bündnis für Bad Honnef“, praktisch angegangen von Lucie Leyendecker. Da diese keine Räumlichkeiten, kein Budget und keine Mitarbeiter hatte, konzentrierte sie sich darauf, Netzwerke aufzubauen.

„Das hat auch ganz gut geklappt, einfach mal die Leute miteinander in Kontakt zu bringen“, erinnert sich die Rheinländerin. „Manche wissen ja gar nicht voneinander.“ So hat der eine teilweise ungenutzt Räumlichkeiten und der andere sucht Platz für Veranstaltungen. Oder Senioren wollen Kontakt zu Schulen und Kindergärten haben, aber nicht in jedem Seniorenheim gibt es dafür eine Fachkraft, die den Kontakt herstellen kann. „So konnte ich einfach Ideen anbringen und sozusagen von einer Haustür zur anderen tragen“, erzählt die mehrfache Mutter.

Als Vorzeigeprojekt bezeichnet sie die seit März 2015 existierende „Zeit-Tauschbörse Bad Honnef“, „die uns sehr am Herzen lag, die ich alleine nicht aufziehen und betreuen, aber anschieben konnte“. So konnte sie die frischgebackenen Ruheständler Elke und Rüdiger Mißner sowie Brigitte Hantelmann dafür begeistern, sich des Themas anzunehmen. Die Zeit-Tauschbörse soll generationenübergreifend eine Art erweiterte Nachbarschaftshilfe vermitteln. „Sie basiert auf einem Punktesystem: man backt für den einen Kuchen und dafür gießt der einem die Blumen. Oder wenn man grade nicht kann, geht jemand mit dem Hund und man hilft dafür Gardinen aufzuhängen“, weiß Lucie Leyendecker. „Man merkt, dass es schön ist, Kontakt zu haben und mal jemand ansprechen zu können, wenn man Hilfe braucht.“

Mehr als 90 Hilfen vermittelt

Die drei ehrenamtlichen Organisatoren sorgen dafür, dass Hilfegesuche und -angebote zusammenkommen. Inzwischen wurden über 60 Mitglieder geworben und mehr als 90 Hilfen vermittelt. Interessierte Bad Honnefer können sich unter Telefon 0 22 24/98 09 12 oder per E-Mail an zeittausch@familie-bad-honnef.de melden. Auf der Website www.familie-bad-honnef.de gibt es zudem einen Flyer mit weiterführenden Informationen.

Ursprünglich sollte im Jahr 2015 im Rahmen des Generationenprojektes von Lucie Leyendecker auch ein Flyer mit Familientipps für Eltern mit Kindern in Bad Honnef und Umgebung erscheinen und bei der Stadtinfo erhältlich sein. Die Schulen und Kitas der Stadt wurden gebeten, für diesen Zweck erstellte Fragebögen an die Eltern auszugeben, da man so Insidertipps, Empfehlungen und Anregungen sammeln wollte. Anstelle des Flyers entstand dann jedoch eine Facebook-Gruppe, weil die jungen Familien die Rückmeldung gaben, dass ein Druckerzeugnis „total antiquiert“ und „mit Erscheinen schon wieder alt“ sei und man „am Ball bleiben“ müsse.

So kam es, dass Simone Ullrich im Sommer letzten Jahres die Facebook-Gruppe „Familientipps Siebengebirge… un drömheröm“ eröffnete und andere Eltern dazu animierte, Flyer oder Plakate, die auf für Familien interessante Veranstaltungen oder Angebote hinweisen, zu fotografieren und zu posten. Eltern, Freunde und Verwandte von Kindern im Alter von null bis 18 Jahren im Kreis des Siebengebirges können sich in der knapp 250 Mitglieder umfassenden Gruppe über Aktivitäten, Ausflugtipps, Feste und Neuigkeiten austauschen.

„Da ich ja wusste, dass meine Zeit begrenzt ist, war es mein Anliegen, Sachen anzuschieben und immer zu gucken, dass die selbstständig laufen können“, erklärt Leyendecker. „Ich würde sagen, die zwei Jahre waren sehr positiv, insofern hoffen wir, dass es auch irgendwie weitergehen könnte.“

„Es ist nicht so, dass das Projekt nicht interessant oder nicht gut gelaufen wäre. Letztes Jahr hatte hier keiner Zeit sich noch weiter über Generationen Gedanken zu machen“, meint auch Beate Schaaf, die Vorsitzende des Fördervereins „Hauptsache Familie – Bündnis für Bad Honnef“. „Aber ich denke, dass wir das auch wieder aufgreifen werden, wenn wir wissen, wo wir stehen mit der Betreuung der Flüchtlinge.“ (eg)

 

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