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„Wingert Guerillas“ retten 2013er Jahrgang


Happy End für Weinhänge im Siebengebirge

Weisheiten werden ja gerne in misslichen Lebenslagen bemüht, um über diese hinwegzukommen. Beim Weingut Pieper in Königswinter heilt jedenfalls nicht nur die Zeit „alle Wunden“, in dessen Krise vor drei Jahren steckte auch tatsächlich eine neue Chance, mit der sie aus der Not eine Tugend machten.

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Im Jahre 2013 war das Betreten der steilen Weinhänge am Drachenfels wegen Steinschlaggefahr untersagt worden.
Bild: Privat

So mancher mag sich noch an diese Schlagzeile erinnern, die im August 2013 in ganz Deutschland die Runde machte: „Arbeitsverbot im Siebengebirge – Winzer bleibt Zutritt zu Weinberg verwehrt“.

Kurz zuvor hatte die Kölner Bezirksregierung wegen drohender Lebensgefahr durch Steinschlag sämtliche Arbeiten in den steilen Weinhängen am Drachenfels im Siebengebirge untersagt. Zuerst kochte die Seele des Weinortes, dann die des Volkes – auch weil im Falle einer länger anhaltenden Sperre ein Totalverlust der Reben und somit ein Millionenschaden drohte. Schnell waren Demonstrationen und Mahnwachen organisiert, die Aktion „Rettet den Wein“ fand im Nullkommanichts viele Unterstützer.

Besonders spektakulär: die Guerilla-Aktion im Oktober, mit der Bürger aus dem ganzen Siebengebirge klammheimlich, still und leise den 2013er Jahrgang retteten. Und das war auch gut so, denn bis zur offiziellen Lösung sollte es noch bis in den Dezember hinein dauern.

Nach hitzigen Diskussionen vor allem ums liebe Geld wurde dann vier Tage vor Weihnachten 2013 die verbindliche Vereinbarung unterschrieben, mit der der Fortbestand der Weinberge endgültig gesichert werden konnte. Bis zur Fertigstellung des dabei vorgesehenen 600 Meter langen Schutzzaunes indes sollten dann allerdings nochmals elf lange Monate ins Land ziehen. Mit der im November 2014 realisierten Lösung haben sich mittlerweile alle Beteiligten arrangiert.

„Ich hätte niemals geglaubt, dass so etwas möglich ist“, so Felix Pieper, Winzer und Diplom-Ingenieur für Weinbau und Oenologie, auch heute noch überwältig von der großen Solidarität unter den Siebengebirglern. Zu Ehren der Wingert-Heinzelmännchen, die in der konzertierten Nacht-und-Nebel-Aktion die Lese der Rebsorten Müller-Thurgau, Scheurebe, Kerner, Riesling und Ehrenfelser unter Dach und Fach brachten, widmete das Weingut das Cuvée Guerilla. Seit dem 2015er Jahrgang trägt diese Komposition den Namen „Cuvée 7G“ – eine leichte, frische und animierende Reminiszenz an das Siebengebirge und seine Menschen. (imr)

 

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