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Unterschiede bei den Bildungssystemen der Bundesländer


Hauptschule ist in Rheinland-Pfalz Geschichte

Bildung ist in Deutschland Sache der Bundesländer. Daher unterscheiden sich auch die Bildungssysteme in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Die Grundschule gibt es sowohl in Nordrhein-Westfalen wie auch in Rheinland-Pfalz. In letzterem Bundesland sucht man den Namen Hauptschule allerdings vergebens.
Bild: Fotolia/drubig-photo

Es gibt nur eins, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung“, soll einst der 35. Präsident der USA, John F. Kennedy, gesagt haben. Doch in Deutschland ist Bildung Sache der einzelnen Bundesländer, wodurch es Unterschiede in den jeweiligen Bildungssystemen gibt – alleine schon wegen der Bevölkerungsanzahl. So gibt es in Rheinland-Pfalz 415.355 Schüler an 1494 Allgemeinbildenden Schulen. In Nordrhein-Westfalen sind es dagegen 1.971.582 Schüler an 5450 Allgemeinbildenden Schulen.

Auch bei den Schularten sind durchaus Unterschiede zu finden. So gibt es in Rheinland-Pfalz neben den Grundschulen die Gymnasien, die Förderschulen sowie die integrativen Gesamtschulen. Zwar kann auch in Rheinland-Pfalz nach wie vor der Hauptschulabschluss erworben werden, das Wort Hauptschule sucht man bei den einzelnen Schulformen inzwischen aber vergebens. Dafür gibt es jetzt die „Realschule plus“, die sich wiederum in zwei verschiedene Schulformen aufteilt: die „Kooperative Realschule“ und die „Integrative Realschule“.

In Nordrhein-Westfalen dagegen gehört die Hauptschule weiterhin neben Grundschule, Realschule, Gesamtschule, Gymnasium und Förderschule zu den gängigen Schulformen. Allerdings gibt es auch dort eine neue Schulform, nämlich die Sekundarschule. In dieser lernen die Kinder und Jugendlichen mindestens in den Klassen fünf und sechs gemeinsam. Ab dem 7. Jahrgang kann integriert, teilintegriert oder in mindestens zwei getrennten Bildungsgängen unterrichtet werden.

Ein weiterer Unterschied in den Bildungssystemen der beiden Bundesländer ist, dass es in Nordrhein-Westfalen das sogenannte Zentralabitur gibt, also die Prüfungsaufgaben beim Abitur an allen Schulen dieselben sind. In Rheinland-Pfalz dagegen kommen die Prüfungsfragen weiterhin von Lehrkräften ihrer Schule. Allerdings soll ab dem Abiturjahrgang 2017 ein Teil der Prüfungsfragen nun auch aus dem zentralen Aufgabenpool für alle Bundesländer kommen. Zudem müssen die Schüler in Rheinland-Pfalz drei Leistungsfächer für das Abitur belegen, in Nordrhein-Westfalen sind es nur zwei Leistungskurse.

In Rheinland-Pfalz gibt es auch weiterhin die flächendeckende Möglichkeit, nach insgesamt 13 Schuljahren (G9) das Abitur am Gymnasium zu erlangen, was in Nordrhein-Westfalen abgeschafft worden ist. Dort haben die Schüler bereits nach dem 12. Schuljahr das Abitur in der Tasche (G8). Einzig Gesamtschulen bieten dort weiterhin ein Abitur nach 13 Schuljahren an.

Und noch einen Unterschied gibt es bei der Bildung in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. In Rheinland-Pfalz sind die Elternbeiträge für den Besuch eines Kindergartens komplett abgeschafft worden, in Nordrhein-Westfalen hängen sie dagegen vom Einkommen der Eltern ab. (msc)

 

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