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Repair-Initiative in Rheinbreitbach


Hilfe zur Selbsthilfe

Statt Wegwerfen, gemeinsam probieren, ob das Gerät noch repariert werden kann und sich Tipps holen: Das ist die Idee, die hinter den Repair-Cafés steht. Mittlerweile gibt es 600 dieser Initiativen in Deutschland, eine davon in Rheinbreitbach.

Im Repair-Café in Rheinbreitbach werden regelmäßig defekte Geräte repariert.
Bild: Jarmoluk

Die Erfahrungen während eines Kuba-Urlaubs waren der Ausschlag für Astrid Schmitz und ihren Mann, bei der Initiative Repair-Café aktiv zu werden. Auf der Karibikinsel wird wegen der wirtschaftlich schwierigen Lage oft in kleinen Reparaturwerkstätten versucht, defekte Geräte noch zu reparieren, statt einfach wegzuwerfen.

Seit dem 14. März 2014 treffen sich jetzt Astrid Schmitz und ihre bis zu vier freiwilligen Mitstreiter jeden zweiten und vierten Samstag im Monat von 10 bis 14 Uhr in den Geschäftsräumen der Firma SH Miet-und-Reparaturservice an der Straße „Im Unteren Maarfeld 32“ in Rheinbreitbach, um defekte Geräte des Alltags gemeinsam mit den Besitzern zu reparieren. „Es geht bei den Repair-Cafés quasi um Hilfe zur Selbsthilfe. Denn wir wollen keine Konkurrenz zum Reparaturhandel sein. Bei uns können keine Geräte abgegeben werden und wenn sie fertig repariert sind, wieder abgeholt werden“, erklärt Schmitz. „Vielmehr sollen die Besitzer der Geräte selber mit Hand anlegen. Manchmal reicht auch nur ein entscheidender Tipp, wo beispielsweise ein Ersatzteil beschafft werden kann.“

Der Hintergedanke, dass die Wegwerfgesellschaft nicht einfach akzeptiert werden sollte, sondern langfristig ein Mittel gefunden wird, welches eine „Kultur der Reparatur“ wieder interessant und gesellschaftsfähig macht, ist Astrid Schmitz und ihren Mitstreitern wichtig. „Etwa 70 Prozent der elektrischen Geräte, die zu uns ins Repair-Café gebracht werden, können wir gemeinsam mit den Besitzern reparieren. Und der Ein- oder Andere erkennt vielleicht, worauf er beim nächsten Gerätekauf besonders achten sollte, damit das Gerät auch repariert werden kann“, sagt Schmitz.

„Neben vielen Küchen und Haushaltsgeräten konnten wir unter anderem auch schon eine Maschine zur Fußpflege wieder in Gang setzen.“ Und für die freiwilligen Helfer steht eine Spendendose im Rheinbreitbacher Repair-Café bereit, in die die Besitzer, deren Geräte repariert werden konnten, einen kleinen Obolus einwerfen können. „Davon gehen wir an Weihnachten gemeinsam essen“, sagt Schmitz, die auch darauf hinweist, dass die Stiftung Warentest schon bei der Repair-Initiative angeklopft hat, um Erfahrungswerte zur Reparierbarkeit von Geräten aufzunehmen.

Weitere Infos gibt‘s im Internet unter www.repaircafe-rheinbreitbach.de. (msc)

 

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