«

»

Pilgern auf dem Jakobsweg & Co


Ich bin dann mal weg!

Hape Kerkeling war nicht der erste Pilgerreisende. Schon die alten Ägypter, Sumerer und Kelten kannten diese Form des religiösen Wanderns. Und Pilgerreisen und Wallfahrten sind nicht dasselbe.

Eine Wallfahrt ist eine rein katholische Tradition, bei der besonders der Marienverehrung ein hoher Stellenwert zukommt. Pilgerfahrten machen dagegen auch Angehörige anderer Konfessionen oder Religionen, ja sogar Atheisten. Zudem wird eine Wallfahrt immer in der Gruppe unternommen und findet auf einem genau festgelegten Weg statt, mit einem bestimmten Ziel und zu einem fest stehenden Termin.

Das Besondere an einer Pilgerreise ist dagegen, dass diese stets eine individuelle Angelegenheit ist und vom Reisenden selbst organisiert werden muss. Allerdings helfen hier auch Reisebüros wie Thomas Cook in Asbach und Unkel etwa bei der Buchung der Rückreise. Die drei großen Pilgerorte der Christenheit sind Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela – Ziel des berühmten Jakobsweges. Natürlich kennen auch andere Religionen die Pilgerreise wie beispielsweise das Judentum.

Die frühere West- und jetzige Klagemauer in Jerusalem ist für jüdische Besucher wieder zugänglich und heute einer der meistbesuchten Pilgerorte in ganz Israel. Neben Jerusalem mit der al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg gehören für den Islam Mekka und Medina zu den wichtigsten Pilgerzielen. Jedes Jahr pilgern rund 2,5 Millionen Gläubige zur „Haddsch“ in das saudi-arabische Mekka.

Auch Buddhisten und Hinduisten haben ihre Pilger-Traditionen. Aber kommen wir zurück auf den wohl berühmtesten Pilgerweg, den Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Wenn man von ihm spricht, meint man oft den Camino Francés, die Hauptroute von den Pyrenäen bis nach Santiago. Er ist knapp 800 Kilometer lang und führt durch die Städte Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León. Aber im Laufe der Jahrhunderte haben sich einige Jakobsrouten mit eigenem Namen überall in Europa gebildet.

Um offizieller Pilger auf dem Jakobsweg zu sein, muss man entweder zu Fuß, mit dem Pferd oder Esel oder aber mit dem Rad nach Santiago gelangen. Für die Fußstrecke, also die puren 800 Kilometer, brauchen die meisten Pilger zwischen 31 und 35 Tagen. Geschlafen wird in den Pilgerherbergen entlang der Strecke, Kostenpunkt: zwischen zehn und 15 Euro pro Nacht. Wer auf dem Jakobsweg Stille und innere Einkehr sucht, sollte Juli, August und September meiden, denn dann sind tausende Jakobs-Pilgerer „on the road“. (tv)

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.