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Linzer Franziskus-Krankenhaus


Im Gesundhaus kommt Gutes auf den Tisch

Das Tagesbudget für das Patientenessen liegt in den meisten Krankenhäusern bei drei bis vier Euro. Angeboten wird deshalb meist Convenience-Food von Billiganbietern. Der Geschmack und auch die Qualität bleiben da oft auf der Strecke. Zahlreiche Studien belegen, dass viele Kranke unter Mangelernährung leiden, sie nehmen zu wenig Vitamine, Nährstoffe und Mineralien zu sich. Man schätzt, dass etwa 25 Prozent aller Patienten bereits falsch ernährt ins Krankenhaus kommen. Essen sollte dort eigentlich den Organismus stärken und helfen, wieder gesund zu werden.

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Zu 90 Prozent sei alles selbst gemacht, betont Dennis Wester (M.), Küchenchef im Linzer Franziskus-Krankenhaus.
Bilder: mc

Das Franziskus-Krankenhaus in Linz entschloss sich daher angesichts eines schlechten Preis-Leistungs-Verhältnisses der Anbieter, das System wieder auf Selbermachen umzustellen, 2015 wurde eine neue Küche unter Leitung von Dennis Wester eingerichtet und das Kochen schrittweise komplett in Eigenregie übernommen.

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Die optimale Versorgung seiner Patienten liegt auch Chefarzt Dr. Dieter Altmann am Herzen.

Gekocht wird immer am Vortag. Der Patient ohne Diätverordnung vom Arzt kann aus drei Gerichten – Vollkost, leichte Vollkost und vegetarisch wählen. Die Mahlzeiten kommen kalt auf die Station  und werden dort in Regenerierungswagen mit Umluft aufgewärmt und landen noch heiß beim Patienten. „Hygienetechnisch ist das die beste Methode!“, so Dennis Wester.

Eine Verpflegungsassistentin nimmt in Absprache mit der Stationsschwester die Bestellungen jeweils für den nächsten Tag auf. „Eine immer größere Rolle spielen Unverträglichkeiten und Allergien“, sagt Helga Brücken, die seit 35 Jahren als diätetisch geschulte Köchin im Franziskus-Krankenhaus tätig ist. Neben ihr und Dennis Wester arbeiten 13 Mitarbeiter in der Küche und Cafeteria.

Die Unverträglichkeiten werden in ein hochmodernes Menüerfassungssystem eingegeben und die Mahlzeiten damit individuell auf  die ernährungstechnischen Belange des Patienten abgestimmt. Gekocht wird mit frischen Zutaten vorwiegend aus der Region. „Wir machen zu 90 Prozent alles selbst, auch die Kuchen werden hier gebacken“, betont Küchenchef Dennis Wester.

Positives Echo von der Patientenseite

Wichtig ist ihm und auch Chefarzt Dr. Dieter Altmann der Kontakt zum Patienten. „Wir suchen das Gespräch, machen Ernährungsberatung und geben Informationsmaterial mit für zu Hause“, so Wester. „Wir wollen im eigentlichen Sinne kein Krankenhaus, sondern ein Gesundhaus sein“, ergänzt Chefarzt Dr. Dieter Altmann. „Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind 70 Prozent aller Erkrankungen ernährungsbedingt. Eine optimale Versorgung unserer Patienten hat deshalb für uns enorme Wichtigkeit“, betont er.

Bei den Patienten kommt das Essensangebot sehr gut an, Auswertungen der monatlich durchgeführten Umfragen ergaben ein höchst positives Echo. (mc)

 

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