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Marken des Alltags: Marco Polo


Im Namen des ersten Weltreisenden

Jeder vierte verkaufte Reiseführer in Deutschland ist ein Marco Polo. Die von der MairDumont-Gruppe in Ostfildern bei Stuttgart herausgebrachten Nachschlagewerke sind nicht nur hierzulande die meistverkauften, sondern in ganz Europa. Als 1991 die ersten Marco Polo Reiseführer erschienen, waren sie die moderne und preis

Die Reiseführer von Marco Polo zu Berlin.
Bilder: Mairdumont

Im Jahre der Währungsreform 1948 gründete Kurt Mair in Stuttgart sein „Kartographisches
Institut“ und nahm kurz darauf die Zusammenarbeit mit der im Jahr zuvor gegründeten Deutschen Shell AG auf. 1950 kam der erste Shell-Atlas auf den Markt, dem vier Jahre später als Ergänzung die Deutsche Generalkarte („Die Bundesrepublik in 26 Blättern“) folgte. Die Firmenbezeichnung des Verlags lautete inzwischen Mairs Geographischer Verlag Kurt Mair GmbH & Co. KG.

Nach dem plötzlichen Tod von Kurt Mair im Jahre 1957 übernahm sein Sohn Volkmar die Geschäftsführung und brachte 1960 den ersten Großen Shell-Atlas heraus. 1978 kam die in Zusammenarbeit mit dem VEB Tourist Verlag erstellte Generalkarte DDR auf den Markt.

Im Jahre 1986 ließ sich Mairs Geographischer Verlag den Namen des venezianischen Händlers Marco Polo, dem „ersten Weltreisenden der Neuzeit“, international schützen. Unter dieser Marke wollte man eine neue Reiseführer-Reihe auflegen – als preisgünstige Alternative zum Baedeker.

Bereits 1951 hatte sich Karl Friedrich Baedeker, ein Urenkel des namensgebenden Verlegers, mit Kurt Mair zusammengeschlossen und „Baedekers Autoführer-Verlag“ gegründet. 1989 entwickelten Volkmar Mair und der neue Chefredakteur Ferdinand Ranft  innerhalb kürzester Zeit den
ersten Prototypen des modernen Reiseführers.

Reisetipps von „Insidern“

Zwei Jahre später war es soweit: Die ersten, einheitlich aufgemachten 39 Marco-Polo-Bände mit jeweils 96 Seiten Umfang erschienen zum Stückpreis von 9,80 DM. Zu diesem Zeitpunkt nutzten nur 25 Prozent einen Reiseführer. Herzstück der Reihe waren und sind die „Insider-Tipps“, deren Autoren im jeweiligen Urlaubsort leben. Unter der Überschrift „Bloß nicht!“ erfährt der Leser, wie er Touristenfallen und bösen Überraschungen entgeht.

Bereits 1994 wurde Marco Polo Marktführer auf dem Gebiet der Reiseführer. Durch Einführung der „Dreifachklappe“ wurden die Bände mit mehr Karten ausgestattet. Im Jahr darauf avancierte Marco Polo zur Dachmarke und 1996 wurde ein neuer achtseitiger Sprachführerteil eingeführt. 1998 stellte man den integrierten Marco Polo Reise- und Cityatlas vor.

Pünktlich zum Jahrtausendwechsel war Marco Polo mit seiner Website www.marcopolo.de der erste Reiseführer, der einen Internetauftritt hatte. Jedem Band ist eine eigene Webadresse zugewiesen, wo tagesaktuelle Informationen abgerufen werden können.

Im Jahre 2016 konnte der Verlag bereits das 25-jährige Bestehen der Marco Polo Reiseführer feiern. Zwischenzeitlich wurde der Marktführer mehrmals runderneuert. Das Konzept und die Insider-Tipps sind geblieben, doch alle anderen Inhalte werden ständig überarbeitet. Die Print-Reiseführer erhielten beispielsweise eine App-Erweiterung mit Erlebnistouren, und die Kartografie wurde durch eine
herausnehmbare Faltkarte erweitert.

Übrigens: Top-Titel unter den mehr als 100 Millionen Marco Polo Reiseführern, die in 25 Jahren verkauft wurden, ist der Band Mallorca, gefolgt von den Bänden Berlin und London. (cm)

 

günstige Alternative zum renommierten Baedeker, der ebenfalls von MairDumont verlegt wird.

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