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Sattlerei in Oberlahr setzt auf traditionelle Handwerkskunst


Immer fest im Sattel sitzen

Ran ans Leder. Ob fürs Dressur-, Spring-, Vielseitigkeits- oder Westernreiten: Der Weg zum perfekt sitzenden Sattel führt über kurz oder lang immer zu einem anerkannten Fachmann wie Sattlermeister Guido Netzer aus Oberlahr. Weil er weiß, dass dieses bedeutende Requisit nicht nur dem Pferd sondern auch dem Reiter passen muss, wird jeder Sattel individuell auf die persönlichen Bedürfnisse angepasst.

Guido Netzer, Sattler aus Oberlahr, hat auch schon pferdestarke Maschinen besattelt.
Bild: Privat

Der Sattelkauf sei „ein Meilenstein im Leben von Pferd und Reiter – und immer auch eine Frage des Vertrauens“, weiß Guido Netzer aus seiner langjährigen Praxis, in der sich sein „Gefühl für Pferd, Reiter und deren jeweiliger Bedürfnisse“ entwickelt hat. Nach bestandener Meisterprüfung als KFZ-Mechaniker 1988 sattelte er fünf Jahre später im wahrsten Sinne des Wortes um und machte entsprechend seinem kunsthandwerklichen Geschick und seiner Liebe zum Leder sein Hobby erfolgreich zum Beruf.

1998 bestand der gebürtige Neuwieder die Meisterprüfung im Sattlerhandwerk mit Bravour, seit 2002 fertigt er in seiner eigenen Werkstatt in Oberlahr die auch in Frankreich und der Schweiz gefragten Unikate. Gemeinsam mit einer ortsansässigen Goldschmiedemeisterin hob Netzer 2006 zudem das Projekt „Sattelschmuck“ aus der Taufe.

„Ein Sattel ist eine Investition und sollte daher immer gut überlegt sein“, stellt Netzer fest. „Denn er ist ausschlaggebend für die Freude am Reiten. Grundsätzlich sollte der Körperbau von Reiter und Pferd sowie die Verwendungshäufigkeit berücksichtigt werden.“

Sattlermesser, Polsterstäbe, Kopfleistenverstellmaschine, Nähahlen, Bohrmaschine, Heißluftföhn, Schleifmaschine und eine Spindelpresse, um Nieten und Druckknöpfe ins Leder zu bringen – schon die Liste der täglich genutzten Werkzeuge des dreiköpfigen Teams zeugt von dem traditionellen Handwerk. Dass die Sattlerei Guido Netzer sie zu einer Kunst weiterentwickelt hat, darüber geben die mittlerweile ungezählten Unikate Auskunft. „Wir fertigen pro Jahr gut 60 bis 80 Sättel in reiner Handarbeit. Bei uns gibt es nichts von der Stange“, verrät der Firmenchef einen seiner Erfolgsfaktoren.

„Viele Kunden wollen einen Maßsattel, weil ihr Pferd damit besser zu reiten ist. Dafür sparen manche darauf, manch Betuchtere wollen etwas Extravagantes haben“, erzählt Guido Netzer weiter. So wie ein Harley Davidson-Händler, der sich für ein Jubiläum eine ganz außergewöhnliche Besattlung seiner pferdestarken Maschine wünschte. „Das läuft dann unter kreative Sonderaufgaben…“ (imr)

 

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