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Einige fielen der Säkularisation zum Opfer


In der Region gab es viele Klöster

Es waren die Zisterziensermönche, die im 12. und 13. Jahrhundert mit 650 Klostergründungen im Rheinland, in der Eifel und im Westerwald die frühesten Klöster außerhalb Frankreichs errichteten und so das Christentum erheblich verbreiteten. Aber auch die Orden der Benediktiner, Franziskaner, Dominikaner, Kreuzherren, Augustinerinnen oder die weißen Väter der Gesellschaft der Missionare von Afrika errichteten im Laufe der vergangenen Jahrhunderte Ordenshäuser im rheinischen Westerwald.

Von Hermann-Joseph Löhr

ie Zisterzienser-Abteien Heisterbach (1192) im Siebengebirge und Marienstatt (1212) im Westerwald sind wohl die bekanntesten im RWN-Land. Die Zisterzienser Abtei Marienstatt kam zu hoher Blüte und wurde für den Westerwald und weit darüber hinaus eine Stätte reichen religiösen und kulturellen Segens. Die Abteikirche des Klosters Heisterbach hatte eine Länge von 88 Metern und eine Breite von 44 Metern. An Größe wurde sie nur vom Kölner Dom übertroffen.

Historische Postkarte zeigt das Kloster Ehrenstein im Wiedtal.

Vom späten 11. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts wurden die Zisterzienser zu einem dynamischen Element der europäischen Zivilisation. Sie besannen sich auf die Regel „Bete und arbeite“ des heiligen Benedikt und lebten eine tiefe Religiosität. Sie entschieden sich für ein zurückgezogenes Leben und legten ein verbindliches Regelwerk fest, die „Urkunde der Liebe“, das sie aber durchaus kreativ auslegten. Und sie forderten eine Reduktion auf das Wesentliche in Lebensführung, Kunst und Architektur. So schufen sie Werte, die auch heute noch faszinieren.

Mit der Säkularisation, der staatlichen Einziehung aller kirchlichen Güter, wurde die Abtei Heisterbach 1803 aufgehoben. Die Kirche wurde 1809 zum Abbruch an einen französischen Unternehmer verkauft. Die Steine verwendete man unter anderem zum Bau des Nordkanals zwischen Venlo und Neuss.

Nahe der Burg Ehrenstein im Wiedtal ließ Ritter Bertram von Nesselrode neben der Kirche ab 1486 das Kloster „Liebfrauenthal“ errichten, das lange von Chorherren des Kreuzherrenordens bewohnt wurde. Seit 2010 lebt eine kleine Gruppe Ordensfrauen im Kloster Ehrenstein. Sie gehören zu der Gemeinschaft der „Franziskanerinnen der allerseeligsten Jungfrau Maria von den Engeln“, so der offizielle Name ihrer Gemeinschaft. Ihr Mutterhaus steht im 19 Kilometer entfernten Waldbreitbach.

Die heutige Ortsgemeinde St. Katharinen trägt seit 1969 den Namen des ehemaligen örtlichen Zisterzienserinnen-Klosters. Dieses wurde in Urkunden oft mit dem Zusatz „Linzer Höhe“ bezeichnet. Es wurde ebenfalls 1803 verstaatlicht. Die Klostergebäude wurden abgerissen, die „schönen Quadersteine“ nach Köln verkauft.

In Eitorf errichteten Augustinerinnen im 12. Jahrhundert das Kloster Merten. In Waldbreitbach begründete die selig gesprochene Ordensfrau Margaretha Flesch mit ihren zwei Gefährtinnen Maria Bonner und Gertrud Beißel aus Dernau die Kongregation der Franziskanerinnen. Die Schwestern lebten im selbst erbauten Marienhaus oberhalb von Waldbreitbach. Nahezu gleichzeitig begründete der Handwerker Peter Wirth in Hausen die Kongregation der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz. Das Kloster ist auch unter dem Namen St. Josefshaus bekannt.

In Siegburg bestand die Abtei Michaelsberg des Benediktinerordens von 1064 bis 2011. 2013 zogen aufEinladung des Erzbistums Köln sechs Priester der Ordensgemeinschaft der Unbeschuhten Karmeliten auf den Michaelsberg und gründeten eine neue Gemeinschaft.

 

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