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Live Action Rollenspiele


In jedem steckt ein Held

Live Action Role Playing, kurz LARP, macht den Sprung von digitalen, fiktiven und medialen Charakteren in die reale Welt möglich. Denn LARP steht für Rollenspiele, in denen die Spieler ihre Figuren physisch selbst darstellen. Diese Art der Freizeitgestaltung wird immer beliebter und vereint sowohl junge wie auch ältere Spieler.

Archers with bows and arrows in medieval costumes

LARP: „Einfach faszinierend, in eine andere Rolle zu schlüpfen und diese mit Leben zu füllen“
Bild: Fotolia/vadimmmus

Wer schon immer begeistert war von Vampiren, Rittern, Piraten oder anderen Fantasy-Gestalten, kann auf einer LARP-Veranstaltung selbst zu einer dieser Figuren werden. Dominic Kühner, Vorsitzender des WW-LARP Vereins, erklärt das Prinzip: „LARP ist eine Mischung aus Improvisationstheater und Pen-and-Paper-Rollenspiel. Jeder Teilnehmer spielt seine eigene Rolle, hat ganz persönliche Eigenschaften und Möglichkeiten, die immer im Zusammenhang zu dem Szenario stehen.“

Das große Ziel der LARP-Community ist es, über ein Wochenende in diese vorgegebene Phantasiewelt abzutauchen, die digitale Welt auszuschalten und vollständig in der darzustellenden Figur aufzugehen. „LARP-Veranstaltungen können zehn bis mehrere tausend Teilnehmer und unterschiedliche Charaktere haben. Es ist einfach faszinierend, in eine andere Rolle zu schlüpfen und diese mit Leben zu füllen. Aber ein Con ist auch immer eine große Herausforderung für den Veranstalter“, so Kühner. Ein Con bezeichnet in der Szene ein Treffen der jeweiligen LARP-Gruppe und leitet sich aus dem englischen Begriff „convention“ ab.

Dabei finden diese Rollenspiele meist in einer Umgebung statt, die zu der jeweiligen Welt passt: Ritter und Könige treffen sich in Burgen und Schlösser, kämpfen im Wald oder duellieren sich auf Reitplätzen. Vampire geistern nachts durch Straßen, Berge und Wälder – aber nie gibt es Zuschauer. „Wir brauchen keine Zuschauer. Darauf sind die Livespiele nicht ausgelegt. Es erfordert genug Aufmerksamkeit, um sich in den Welten mit ihren Charakteren zurecht zu finden. Zuschauer könnten auch das Geschehen beeinflussen. Und das ist eigentlich nur den Teilnehmern vorbehalten“, erklärt Kühner.

Mitmachen kann jeder: Viele Vereine und Online-Communities sind aufgeschlossen für neue Mitglieder. Einige testen ihre Neumitglieder. „Das ist aber keine Kontrolle und auch nicht vergleichbar mit einer Mutprobe oder sonstigem. Viele Gruppen haben eine eigene Dynamik. Jeder muss mit anpacken, damit ein Treffen durchgeführt werden kann. Diese sozialen Kompetenzen werden beobachtet und bewertet“, so Kühner.

Und auch Kinder und Jugendliche können in diese Abenteuerwelt einsteigen: Der Waldritter-Verein Westerwald bietet wöchentliche Treffen für Kids zwischen acht und 13 Jahren an. „Seit den Sommerferien haben wir eine Kooperation mit dem Historica Rotenhain“, sagt Jörg Podlinski, der sich seit drei Jahren für die Waldritter im Westerwald engagiert. „Das bedeutet, dass wir Europas jüngste Burg für unsere Treffen nutzen dürfen.“ Und so gelingt es Podlinski mit seinem Team Herbstspielaktionen oder Zeltlager im Sommer zu organisieren. „Wir möchten den Kindern die Gelegenheit geben, spannende Abenteuer zu erleben. Aber das ganze Konzept hat auch einen pädagogischen Aspekt. So lernen die Kids die heimische Natur kennen, aber auch soziale Kompetenzen werden gefördert.“

Und in einem Punkt sind sich sowohl Kühner wie auch Podlinski einig: Einmal infiziert von dieser lebendig erlebten Rollenspiel-Welt, kommt man nicht mehr so schnell davon los.

 

 

 

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