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„In Puncto Freizeit kann der Job nicht punkten“

Sein Gesicht ist nicht vielen in der Region bekannt, seine Bilder schon. Im Gespräch mit den Rhein-Westerwald-News spricht der Unkeler Profi-Fotograf Werner Lamberz über die Besonderheiten seines Berufs.

War Fotograf schon immer Ihr Berufswunsch?

Lamberz Portrait

Fotograf Werner Lamberz: Aus dem Hobby wurde ein Beruf.
Bild: W. Lamberz

Lamberz: Nein, ich habe 1973 eine Berufsausbildung zum Schriftsetzer und Buchdrucker begonnen. Als diese abgeschlossen war, änderte sich das Berufsbild jedoch so stark, dass mich die Tätigkeit nicht mehr so erfüllte. Zwar habe ich noch bis 1982 als Schriftsetzer bei einer Bonner Tageszeitung gearbeitet, entdeckte dort aber meine Liebe zur Fotografie, die ich zunächst als Hobby betrieb.

Als sich dann einer unserer Fotografen während des Papstbesuchs in Bonn verletzt hatte, bekam ich die Möglichkeit mich zu beweisen. Alles verlief gut und ich suchte mir hierauf einen Ausbildungsplatz. 1985 absolvierte ich die Gehilfenprüfung, 1991 die Meisterprüfung zum Fotografen. Den Beruf übe ich bis heute mit Spaß aus.

 

Wie läuft denn eine Fotografen-Ausbildung ab?

Lamberz: Zuerst muss ein Ausbildungsplatz gefunden werden, diese sind leider nicht so vielfältig vorhanden. Für die Ausbildung ist die Handwerkskammer als übergeordnete Stelle zusammen mit dem Betrieb verantwortlich. Die Ausbildungszeit beträgt drei Jahre und wird von zwei überbetrieblichen Ausbildungslehrgängen begleitet. Den Abschluss bildet die Gehilfenprüfung.

 

Welches technische Equipment gehört zur Grundausrüstung eines Berufsfotografen?

Lamberz: Es sollte zumindest eine Kamera mit Wechselobjektiven sein, die die verschiedenen Brennweiten-Bereiche gut abdecken. Die Marke spielt nur eine untergeordnete Rolle. Wichtig ist aber das Lichtsystem, neben einem Blitzlicht sollte möglichst auch eine Studioblitzanlage vorhanden sein. Nicht zuletzt ist die Verarbeitung der entstandenen Bild-Dateien am PC ein entscheidender Punkt. Vorherrschend ist hier das Programm Adobe Photoshop.

 

War die Umstellung von der analogen zur digitalen Fotografie ein gravierender Schritt?

Lamberz: Sicherlich, bei der Belichtung und Umsetzung fielen viele Grenzen weg. Der Fotograf brauchte nun keine Filmmaterialien in den verschiedenen Empfindlichkeiten mehr. Allerdings stieg der Preis für gute Kameras erst einmal kräftig an. Auch heute noch sind Mittelformat-Systeme fast unerschwinglich im Vergleich zu analogen Kamerasystemen.

 

Wie sieht heute Ihr Arbeitsalltag aus? Können Sie morgens länger schlafen, weil Sie viele Abendtermine haben? Und wie sieht es am Wochenende aus?

Lamberz: Im Puncto Freizeit kann der Job leider nicht punkten. Werktags stehen Pressetermine, Studioarbeiten, Außentermine bei Events auf der Tagesordnung. Und auch das Wochenende ist eigentlich ein Fremdwort für den Fotografen. Es ist mit Hochzeiten, Familienfeiern, Eventfotografie belegt.

 

Was fotografieren Sie am liebsten?

Lamberz: Eigentlich alles was sich fotografieren lässt. Allerdings wäre es mein Traum gewesen, Reisefotograf zu werden. Das hat leider nicht so funktioniert.

 

Muss ein Berufsfotograf eigentlich ständig auf dem neuesten technischen Stand sein?

Lamberz: Technische Neuerungen sollten sich erst einmal beweisen. Nicht alles Neue taugt auch gleich was, zumal die Neuerungen meist einen hohen Geldeinsatz mit sich bringen. Es gibt allerdings auch Entwicklungen, an denen man nicht vorbei kommt. Dies bezieht sich aber vorwiegend auf die Verarbeitungstechniken, sprich Software und Computeranlage. Diese sollte möglich Zug um Zug den Standards angeglichen werden. Stopps sind hier im Nachherein kräftig teuer.

 

Welche Menschen sind am schwierigsten zu fotografieren?

Lamberz: Grundsätzlich ist jeder Mensch gleichermaßen schwierig oder auch leicht  zu fotografieren. Den Charakter einer Person bildlich festzuhalten ist schon eine Herausforderung, die den richtigen Umgang mit Kamera und Licht erfordert.

 

 

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