«

»

Bewerbungscoaching für geflüchtete Menschen


Integration durch Menschlichkeit

Große Freude herrscht bei den Mitarbeitern vom Forum Ehrenamt und der Bonner Unternehmensberatung gmc²: Nach zwei Monaten konnte nun das erste „Bewerbungscoaching für geflüchtete Menschen“ abgeschlossen werden. Ziel des Pilotprojektes war es, jungen Geflüchteten einen Weg durch den deutschen Bewerbungs-Dschungel zu zeigen sowie Hilfe zur Selbsthilfe zu geben: Wo finde ich eine Stellenanzeige? Wie sieht eine gute Bewerbung aus? Was passiert in einem Vorstellungsgespräch? Und wer ist eigentlich Max Mustermann? Zwei Monate lang gingen vier motivierte junge Männer gemeinsam mit drei Mitarbeiterinnen der gmc² allen wichtigen Fragen rund um das Thema „Bewerbung“ nach.

P1080411

Rafat Fattal, Nour Kadaan, Mazen Hassan und Luisa Muntzos bei der Überreichung der Zertifikate.
Bilder: Veranstalter

Gemeinsam umgesetzt wurde das Projekt mit Forum Ehrenamt aus Königswinter. „Wir sind begeistert von der professionellen Zusammenarbeit mit“, so Jochen Beuckers, Vereinsvorsitzender vom Forum Ehrenamt. „Aus dem direkten Kontakt mit den geflüchteten Menschen in unseren regelmäßigen Sprechstunden und aus der Arbeit unserer Integrationslotsen und Sprachpaten wissen wir, wie drängend für die meisten Flüchtlinge der Wunsch nach beruflicher Integration ist. Dabei ist vielen Geflüchteten nicht klar, vor welche Anforderungen der deutsche Arbeitsmarkt sie stellt“, so Nisa Punnamparambil-Wolf, Koordinatorin des Forum Ehrenamt in der Flüchtlingsarbeit.

P1080506

Stephan Multhaupt, Jochen Beuckers, Mazen Hassan und Sina Orth freuen sich über den erfolgreichen Abschluss des Projektes.

Initiiert wurde der Kurs von Luisa Muntzos und Sina Orth. „Wir sind davon überzeugt, dass Arbeit ein wichtiger Motor für eine erfolgreiche Integration ist“, erzählen die beiden Frauen. Diese Initiative wurde vom gesamten Unternehmen und der Geschäftsführung gefördert. Stephan Multhaupt und Holger Gerhards, die beiden Geschäftsführer der gmc², stimmten der Idee begeistert zu: „Soziale Verantwortung hat Tradition bei uns. Wir leben Corporate Social Responsibility von innen heraus – nicht als Direktive der Geschäftsführung. Wir sind sehr stolz auf die Initiative unserer Mitarbeiterinnen, für die wir sehr gerne die passenden Rahmenbedingungen zur Verfügung gestellt haben.“ Es stehe außer Frage, dass auch junge Erwachsene, die Zuflucht in Deutschland suchen, von der Expertise ihrer Mitarbeiter profitieren sollen. So entstand ein Leuchtturmprojekt, das seinesgleichen sucht. Mit dem Bewerbungscoaching möchten sie junge Menschen auf ihrem Weg in ein neues und eigenständiges Leben in Deutschland begleiten und ihnen eine Perspektive bieten

Für beide Partner sowie die Teilnehmer war diese Kooperation Neuland, entsprechend erleichtert und zufrieden sind alle Beteiligten über den durchweg positiven Verlauf des Coachings. „Wir haben viel voneinander gelernt und wenn es eine zweite Phase geben sollte, dann würden wir uns freuen mehr über die deutsche Unternehmenskultur zu erfahren“, so Nour Kadaan, der bereits in der Tourismusbranche Berufserfahrungen in Syrien gesammelt hat. Rafat Fattal, ein junger Flüchtling mit sehr guten Deutschkenntnissen, fasst den Kurs zusammen: „Wir haben vieles über Deutschland, Arbeit, Unternehmen und Verhalten gelernt. Ich habe so viele wichtige und gute Dinge für meine Zukunft gelernt. Es hat viel Spaß gemacht!“ Als nächstes wollen die Teilnehmer mit Unterstützung der gmc² und den für sie zuständigen Integrationslotsen vom Forum Ehrenamt einen geeigneten Praktikumsplatz finden – die passenden Bewerbungsunterlagen halten sie ja bereits in den Händen. Für Ahmed Fandow gab es schon während des Coachings gute Nachrichten. Er hat nach einem Praktikum bei einem Optiker eine Ausbildung dort begonnen und Mazen Hassan freut sich über eine Einladung zu einem Bewerbungsgespräch für einen Praktikumsplatz.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.