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Familienname deutet auf Herkunft hin


„Ja bitte, Schön?“

Es gibt Familiennamen, die gefallen gewiss jedem. So wie Schön oder Schöne. Doch nicht immer verdienen sich auch die Lebenssituationen ein solches Prädikat, wie RWN-Leser mit diesen Nachnamen in einer kleinen Umfrage bestätigen.  

Vielleicht nicht der schönste Schön, aber einer der erfolgreichsten: Fußballbundestrainer Helmut Schön.
Bild: Verlag Die Werkstatt

Ob die in Deutschland lebenden knapp 21.000 Schöns und die rund 10.400 Schönes ihren Familiennamen besonderes gut aussehenden Ahnen zu verdanken haben oder doch eher deren Herkunftsort, diese Frage spaltet die Namensforscher. Derzeit favorisieren die Onomatologen die Benennung nach der geografischer Abstammung, die auf Gewässernamen und Bedeutungen wie „Sumpf“ und „Moor“ hinweisen, jedoch auch Deutungen in Richtung „Heiligtum“ oder „Rodung“ zulassen.

Unter den insgesamt gut 850.000 bundesweit bekannten Nachnamen rangieren die „Schöns“ an 296. Stelle. Auf Position eins unter den deutschen Fußball-Bundestrainern indes steht der prominenteste Namensträger, Helmut Schön. Dem „Mann mit der Kappe“ gelang bisher als einzigem das Kunststück, Fußball-Welt- und Europameister zu werden. Große Bekanntheit erlangte auch Schauspielerin und Sängerin Barbara Schöne als Assistentin von Harald Juhnke in dessen Sendung „Musik ist Trumpf“ in den 80er Jahren.

„Als Kind war mein Nachname für mich nicht so toll“, gibt Britta Schön aus Asbach, preis. „Da hieß es zumeist neidisch ,Heißt Du nur so oder bist Du es auch?‘. Heute empfinde ich ihn als einen Durchschnittsnamen: Schön wie schön.“ Von eher unangenehmen Kindheitserinnerungen berichtet auch Angelika Schöne aus Königswinter. „Da haben sich einige ein Späßchen daraus gemacht, ins Telefon zu blöken ,Hier ist Hässlich‘, wenn ich mich mit ,Schöne‘ am Telefon meldete.“

Auf solche Sprüche hatte Claus Schöne aus Windhagen, schon früh die passende Reaktion parat. „Wenn mir jemand mal blöd gekommen ist, wie ,Guck mal, da kommt der schöne Claus‘ – da kam von mir ein lautes ,Neidisch?‘ zurück.“ Auf die Frage, ob er durch seinem Familiennamen besondere Vor- oder Nachteile hatte, antwortete Johann Schön, Bad Honnef mit einem „Weder noch. Ursprünglich komme ich ja aus dem vorderen Hunsrück, da klingt ,schön‘ gar nicht mehr so scheen“

Anfangs viel Spaß hatte Lilo Schön aus Bad Hönningen mit ihrem Nachnamen vor allem bei Begrüßungen. „Wenn ich bei der Vorstellung nur meinem Nachnamen genannt habe, wartete man nach dem ,schön‘ noch auf etwas mehr wie ,sie zu treffen oder hier zu sein‘.“Ihr Name gefällt ihr so gut, dass sie ihn auch nie durch Heirat hätte abgeben wollen. Und in Verbindung mit ihrem Vornamen erinnere er sie immer an ein altes Volkslied: „Es freit ein wilder Wassermann in der Burg wohl über dem See.
Des Königs Tochter mußt er han, die schöne junge Lilofee‘…“  (imr)

 

 

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