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Tagung: Wie beraten und schützen


Jugendliche in der digitalen Welt

Fast 100 Prozent der 16-Jährigen sind online, ebenso ein Drittel der Sechs- bis Siebenjährigen. WhatsApp hat 800 Millionen Nutzer, im Schnitt wird das Handy alle zwölf Minuten aktiviert. Mit diesen Zahlen stimmte Karin Wunder, Projektleiterin der Online-Beratungsplattform juuuport.de, die Anwesenden der Fachtagung „Immer eine Nasenlänge voraus: Jugendliche in der digitalen Welt. Aber wie beraten und schützen?“ auf das Nutzerverhalten Jugendlicher ein.

Pressefoto

Die Referenten der Fachtagung informierten über Angebote und gaben Tipps.
Bild: Kreis Neuwied

Der Runde Tisch Rhein-Westerwald des Rheinland-Pfälzischen Interventionsprojektes gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen (RIGG) hatte mit dem Jugendamt des Landkreises Neuwied Vertreter der Hilfeeinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten sowie interessierte Eltern eingeladen.

„Ich weiß aus eigener Erfahrung als Vater, aber auch als Jugenddezernent, wie wichtig und gleichzeitig schwierig es ist, Kinder zu einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Smartphone zu erziehen und wie schnell Kinder zu Opfern von Beleidigungen und Beschimpfungen, im schlimmsten Fall von Mobbing werden“, erklärte der Erste Kreisbeigeordnete Achim Hallerbach. „Wir setzen als Kreisjugendamt auf Prävention und Beratung und bieten Fortbildungsseminare und Theaterprojekte an.“

Dass Prävention auch für die Strategie der Polizei wesentlich ist, zeigte der Vortrag von Harald Illner, Leiter Jugendkriminalität der Polizeidirektion Neuwied. Auch sie versucht in Schulen über die Gefahren im Internet aufzuklären. Trotzdem sei von hohen Dunkelziffern auszugehen, weil sich Opfer von Beleidigungen oder weitergeleiteten kompromittierenden Fotos häufig schämen.

Franlin Toma von der Kreisjugendpflege berichtete, dass zurzeit eine Medienbox erstellt wird, die auf die Kompetenz von Jugendlichen setzt.

Der Vortrag von Karin Wunder machte deutlich, dass Jugendliche heute dieselben Bedürfnisse haben, wie die Generationen vor ihnen. Auch die Gefahren sind nicht wirklich neu: Mobben und Stalken, sich mit falschen Identitäten Zugang zu Informationen und Vertrauen zu verschaffen, das gab es schon immer, aber das Internet macht es einfacher und die Wirkung ist nachhaltiger, weil das Internet nichts vergisst. Ein Großteil der Strategien sind ebenfalls altbewährt: Ansprechpartner und Vorbild für die Kinder und Jugendlichen sein, ihr Selbstbewusstsein stärken und sich selbst auf dem Laufenden halten.

 

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