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Mein Verein: Kaninchenzuchtverein Bad Honnef


Kaninchen sind kein Spielzeug

Schon im Jahre 1907 wurde der Kaninchenzuchtverein Bad Honnef von damaligen Mitgliedern des Männergesangsvereins gegründet. Seine Blüte erlebte er in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Damals gehörten ihm in der Spitze mehr als 40 Mitglieder an. Heute sind es derer noch zwölf, Vorsitzender ist Torsten Werner aus Bad Honnef.

Der Vorsitzende des Kaninchenzuchtvereins Bad Honnef, Torsten Werner, hält derzeit 25 Kaninchen. Der Verein plant in diesem Jahr wieder eine eigene Kaninchenzuchtschau und sucht auch neue Mitglieder.
Bild: Marion Cramer

Soldaten hatten das Domestizieren von wilden Kaninchen aus den Frankreichkriegen mitgebracht. Dort wurden die Tierchen zur Aufbesserung des Speiseplans vor allem in Klöstern und Abteien gehalten. Nach dem Ersten und Zweiten Weltkrieg nahm aufgrund der Nahrungsmittelknappheit die Haltung der Langohren auch in Deutschland noch einmal zu.

„Heute steht die Verbesserung des Speiseplans nicht mehr im Vordergrund. Uns geht es vor allem darum, den Bestand an alten Rassen zu gewährleisten“, so Torsten Werner. Er selbst züchtet Zwergkaninchen, Zwergwidder, Weiße Hotots und braune Lothringer. Bei regionalen und überregionalen Ausstellungen bietet er sie zum Verkauf an.

Vorher werden die Tiere einer Jury vorgestellt, die nach intensiver Prüfung eine Wertung abgibt. „Dabei werden strenge Kriterien gemäß der Standards des Deutschen Zentralverbands Deutscher Kaninchenzüchter angesetzt“, weiß Torsten Werner, der selbst als Preisrichter agiert. Bis zu 250 Euro werden bei einem Verkauf erzielt.

Geplant ist in diesem Jahr wieder eine eigene Schau, die wie immer im Saal Kaiser in Bad Honnef-Selhof stattfinden wird. Dank eines deutlichen Aderlasses an Mitgliedern in den vergangenen Jahren erhofft man sich, Interesse zu wecken – auch bei jüngeren Menschen. So soll vorher eine Grundschulklasse eingeladen werden.

„So ein Kaninchen ist possierlich, aber kein Spieltier. Eigentlich ist sein Instinkt auf Flucht ausgerichtet. Dennoch kann es mit der Zeit zutraulich werden. Über eines muss man sich bei der Anschaffung aber klar sein: ein Kaninchen als Haustier ist zeitaufwändig. Kinder können das in der Regel mit wachsenden schulischen Anforderungen nicht alleine leisten. Als Eltern muss man sich überlegen, was auf einen zukommt.“

Torsten Werner hat zur Zeit 25 Kaninchen in großen Käfigen untergebracht. Gerade erst kam der erste Nachwuchs einer Hototdame auf die Welt. Die Kleinen wachsen bei der Mutter auf, schon nach drei Monaten haben sie ihre Geschlechtsreife erlangt und werden dann über das Jahr verkauft. Nicht immer fällt es dem Züchter leicht, seine Tiere abzugeben. „Zwei-, dreimal habe ich es nicht übers Herz gebracht.“ So bekommt derzeit ein acht Jahre altes Zwergkaninchen bei ihm sein Gnadenbrot.

In die Kaninchenszene wurde Torsten Werner quasi hineingeboren, schon der Opa züchtete. „Für mich ist das bis heute eine Freizeitbeschäftigung, bei der ich nach der Arbeit zur Ruhe kommen kann.“ Gerne will er helfen, dass auch andere und vor allem jüngere Menschen einen Draht dafür bekommen. Informationen bekommen Interessenten über kvrheinsieg@aol.com oder unter Tel. 0160 / 94 94 13 63. (mc)

 

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