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Andere Länder, andere Sitten


Kein Osterhase in Australien

Osterbräuche in Deutschland sind – zumindest was das Eiersuchen angeht – jedem Kind bekannt. Aber wie sieht das mit dem Osterfest eigentlich in anderen Ländern aus? Die RWN-Redaktion ging einmal auf Osterreise.

Australischer Osterbilby
Bild: Fotolia/elfivetrov

Monatelang basteln Kinder in Haiti an Papierdrachen, um sie an Ostern in den Himmel steigen zu lassen. Am Abend ziehen dann traditionell die Menschen mit rhythmischer Musik von Naturinstrumenten und lärmenden Blechgegenständen durch die Straßen. Dabei geht es um das Austreiben der Dämonen. Die Zugteilnehmer werden von Tänzern, Akrobaten und Würdenträgern begleitet. Am Ostersonntag wird mit einem Festmahl gefeiert.

In den USA findet die traditionelle „Easter Parade“ statt. Menschen verkleiden sich und fahren in geschmückten Wagen durch die Straßen, während die Menschen in Italien ganz andere Gewohnheiten pflegen. Dort wird ein Kuchen mit gekochten Eiern und Spinat serviert. Dazu kommt die Ostertaube auf den Tisch. Am Karfreitag schweigen die Menschen, wenn das Kirchenkreuz durch die Straßen getragen wird. Den nächsten Tag feiern sie mit Familie, Freunden und einem Picknick.

In Frankreich suchen die Kinder erst am Ostermontag nach ihren Ostereiern und Süßigkeiten. Von Karfreitag bis Ostermontag sind traditionell die Kirchenglocken im Lande still. In Australien wurde der Osterhase durch den Bilby ersetzt, das Kaninchen gilt dort als Plage. Der Bilby ist ein kleines Beuteltier mit langer Nase und großen Ohren – ein würdiger Vertreter, da der Osterbilby die Eier direkt in seinem Beutel transportieren kann.

In Mexiko sind die Straßen mit Girlanden geschmückt und überall ist Musik zu hören. Am Abend tanzen die Menschen, doch an Karfreitag bleibt es feierlich ruhig. Am Vormittag wird die Kreuzigungsszene nachgestellt, am Nachmittag ziehen Prozessionen durch die Dörfer.

In Finnland setzt es eine Woche vor Ostern eine Tracht Prügel: Weil es dort keine Palmwedel gibt, versetzen sich die Finnen mit Birkenruten leichte Hiebe auf den Rücken. Das soll Glück bringen. Am Ostersonntag beenden kleine Osterhexen die Trauerzeit.

Die Schweiz hat gleich mehrere Bräuche: In Genf werden Brunnen mit Zweigen, Bändern und Eiern geschmückt. In Zürich halten die Kinder ein Ei fest, während ein Erwachsener versucht eine Münze so darauf zu werfen, dass sie stecken bleibt. Prallt die Münze ab gehört beides dem Kind, was wohl fast immer geschieht.

In Spanien ziehen zu Ostern Bruderschaften bei Prozessionen durch die Straßen. Es werden Totentänze in Skelettkostümen getanzt, Strohpuppen verbrannt und eiserne Ketten geschleppt. Die Kinder basteln Palmwedel, die mit Süßigkeiten geschmückt sind und in der Ostermesse gesegnet werden.

In Japan hingegen kennt man das Fest gar nicht. (vm/fu)

 

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