«

»

Marken des Alltags: WMF


Kochgeschirr, Küchengeräte & Co.

Das Sortiment der Württembergischen Metallwarenfabrik, kurz WMF, beeindruckt neben der Qualität der Erzeugnisse vor allem auch durch die schiere Bandbreite: Ob Besteck oder Kochgeschirr, Tischaccessoires, Isolierkannen oder Backformen, Sekt- und Weinkühler oder Korkenzieher – selbst Kaffeemaschinen, auch für den gewerblichen Bedarf, gehören zum Portfolio der inzwischen über 160 Jahre bestehenden Firma.

19-kaffeerunde-50-jahre

Bei dieser gemütlichen Kaffeerunde in den 1950er Jahre kamen neben Kuchen auch WMF-Produkte auf den Tisch.
Bild: WMF Group

Der Müller Daniel Straub gründete 1853 gemeinsam mit den Brüdern Louis und Friedrich Schweizer in Geislingen die Metallwarenfabrik „Straub & Schweizer“. Schon 1862 wurden deren Tafel- und Serviergeräte auf der Weltausstellung in London ausgezeichnet. Nach dem Ausscheiden der Brüder Schweizer wurde die Fabrik 1866 in „Straub & Sohn“ umbenannt.

Im Jahr 1880 schloss sich das Unternehmen mit der Metallwarenfabrik Ritter & Co. aus Esslingen zusammen – zur Württembergischen Metallwarenfabrik Aktiengesellschaft. Eine drei Jahre später auf dem Geislinger Firmengelände erbaute Glashütte ermöglichte es der WMF, Glaseinsätze für Teegläser und Vasen fortan selbst zu fertigen. Die „Perfect-Hartversilberung“ für Bestecke wurde 1892 patentiert und wird von WMF heute noch exklusiv angewendet.

Um die Jahrhundertwende waren in Geislingen 3000 Mitarbeiter beschäftigt, zehn Jahre später bereits 4000. In den 1920er Jahren sicherte sich die WMF die Alleinverwendung des von Krupp entwickelten V2-A-Stahles bei Tafel- und Küchengeräten. Für diese Produkte wurde das Warenzeichen „Cromargan“ eingetragen, ein Name, der zum Synonym für rostfreien Edelstahl wurde.

Ab 1927 fertigte WMF in Göppingen elektrische Großkaffeemaschinen für die Gastronomie. Nach der Schließung dieses Zweigwerkes 1932 wurde deren Produktion ins Hauptwerk Geislingen verlegt.

Nach Kriegsende gelang der erfolgreiche Neuaufbau, sodass 1950 schon wieder rund 3000 Mitarbeiter für die WMF tätig waren. Nun gewannen Cromargan-Bestecke und -Hohlwaren, wie beispielsweise Sekt- und Weinkühler, an Bedeutung. Es entstanden Produktklassiker nach Entwürfen von Wilhelm Wagenfeld, die millionenfache Verbreitung in deutschen Haushalten fanden und heute noch im Sortiment sind: Die Pfeffer- und Salzstreuer „Max und Moritz“ mit Schale sowie die dazu passenden Eierbecher, Butterdosen und Brotschalen.

Raummangel in Geislingen – es waren 5800 Mitarbeiter hier beschäftigt – führte 1960 zur Gründung mehrerer Zweigwerke, unter anderem in Hayingen, wo 1970 eine eigene Messerklingenfertigung eingerichtet wurde. Bis dahin hatte man die geschmiedeten Klingen für die Tafelmesser von Solinger Herstellern bezogen.

In den folgenden Jahrzehnten übernahm die WMF mehrere Unternehmen der Branche: 1987 alfi Zitzmann, einen führenden Hersteller von Isoliergefäßen, der allerdings weiterhin als selbstständige Gesellschaft am Markt agierte, 1995 die Besteckfabrik Auerhahn, 1998 mehrheitlich die Kochgeschirr-Marke Silit, die 1920 von WMF eingeführt worden war und nun in den Konzern zurückkehrte, sowie schließlich 2002 die Firma Kaiser Backformen. Im Mai 2016 wurde WMF dann selbst übernommen – von dem französischen SEB-Konzern.

Der Name der WMF-Tochter alfi steht übrigens für Aluminiumwarenfabrik Fischbach, die 1914 in dem thüringischen Ort Fischbach/Rhön von Carl und Sophie Zitzmann gegründet wurde. Vier Jahre später kam die Isolierkanne „Juwel“ auf den Markt, die seit Jahrzehnten bei jeder Sitzung des Bundeskabinetts auf dem Tisch steht. (cm)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.