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Für die gute Sache: Gudrun Küpper


Kräutergarten der besonderen Art

Am Christinenstift in Unkel gibt es einen Kräutergarten, der für jedermann zugänglich ist. Zu verdanken ist seine Existenz der 73-jährigen Gudrun Küpper, die ihn im Jahre 2013 angelegt hat und sich seitdem ehrenamtlich darum kümmert. Bei gutem Wetter ist sie jeden Tag vor Ort.

Kräutergarten Küpper Unkel

Ideengeberin Gudrun Küpper und Carsten Tappel, der Leiter des Christinenstifts in Unkel, freuen sich beide über den Kräutergarten, der für jedermann zugänglich ist.
Bild: H. W. Lamberz

Sie habe „das schon viele Jahre im Kopf, aber nicht den richtigen Platz gefunden“, erzählt die gelernte Schneiderin Gudrun Küpper. Als sie dann das Fleckchen Erde, das im Zuge des Neubaus entstanden war, entdeckte, wurde sie mit ihrer Idee bei Carsten Tappel, dem Heimleiter des Unkeler Altenheims, vorstellig. „Wie, das wollen Sie machen?“, erinnert sie sich an seine Reaktion. „Dass sich noch einer so eine Arbeit macht.“

Ursprünglich plante Gudrun Küpper die Errichtung einer Kräuterschnecke. Doch diese Idee ließ sich nicht umsetzen, da der Arbeits- und Kostenaufwand unheimlich groß gewesen wäre. So stellte die Unkelerin stattdessen einen über 100 Jahre alten Ofen auf und pflanzte rundherum Kräuter. Seitdem präsentiert sich der Garten jährlich in einem neuen Gewand. Nur diese Feuerstelle und ein ganz am Anfang gepflanzter Rosmarinstrauch bleiben immer am selben Ort stehen.

„Ich mache die Frühjahrsbepflanzung jetzt zum vierten Mal“, berichtet Küpper, die den Garten bei dieser Gelegenheit immer wieder umgestaltet. „Im Moment liegt im Garten zum Beispiel ein großes Wagenrad, das bepflanzt wird.“

Zu sehen gibt es so oder so einiges. „Der Garten ist auch ein kleines Freilichtmuseum. Ich habe ganz viele Sachen aufgehängt oder festgemacht“, erzählt die 73-Järhige. Dazu gehören Kaffeemühlen, Fleischwölfe, Pfannen und Siebe. „Und ich habe eine richtig professionelle Sackwaage, auf der man bei der Kirschenernte die Kirschen gewogen hat“, so die ehrenamtliche Gärtnerin. Viele Stücke hat sie von Bürgern geschenkt bekommen.

Zugänglich ist Küppers Refugium, zu dem übrigens auch ein Bauerngarten und eine Weinecke gehören, für jedermann. „Es sind auch Scheren da. Man darf sich was abschneiden“, so die Unkelerin. Wer sich etwas nimmt, kann in einem kleinen Spendentopf eine Spende hinterlassen.

Die Kräuter kommen aber auch direkt im Garten zum Einsatz. Immer wieder bereitet Küpper mit Kindern und Jugendlichen Leckereien zu.„Dann machen wir schon mal einen Gemüseeintopf oder Kräuterquark. Dann backen wir Brot. Es ist immer etwas an diesem Platz los“, erzählt die 73-Jährige, die bei gutem Wetter jeden Tag vor Ort ist. „Und die alten Leute kommen auch an den Tisch, setzen sich hin“ – so entstehe Kommunikation zwischen Alt und Jung.

Auch Einrichtungen wie der Kindergarten besuchen gerne den Kräutergarten.„Es sind einige, die sich dort informieren“, weiß Küpper, die sich ihr Kräuterwissen erst angeeignet hat, seitdem sie sich ehrenamtlich um den Kräutergarten kümmert. „Ich habe dann ganz viele Bücher geschenkt bekommen“, so die Unkelerin. „Jeder hatte Interesse und jeder war begeistert, dass ich das gemacht habe.“ Angetan ist auch nach wie vor Carsten Tappel: „Das ist eine sehr schöne und gute Sache. Wir sind froh, dass wir Frau Küpper und den Kräutergarten haben.“

Am 8. Mai 2016 findet das vierte Frühlingsfest im Kräutergarten des Christinenstiftes statt –eine gute Gelegenheit zur Besichtigung. (eg)

 

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