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Kunstschätze kann man nicht nur in München bergen

Ursprünglich kam Linna Treuheit, um das Haus ihrer verstorbenen Mutter zu entrümpeln. Doch dann entpuppte sich das vermeintliche Gerümpel als qualitativ wertvolle Kunstsammlung. Jetzt bemüht sich ein Verein darum, das Erbe zu erhalten und zeigt die Stücke am 1. Adventswochenende.

Schon eine eindrucksvolle Sammlung, aber doch nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Lebenswerk der 2011 verstorbenen Künstlerin Rota Blanck.  Bilder: Presseagentur Funk

Schon eine eindrucksvolle Sammlung, aber doch nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Lebenswerk der 2011 verstorbenen Künstlerin Rota Blanck.
Bilder: Presseagentur Funk

Es scheint so, als habe die Künstlerin Rota Blanck (1959-2011) gerade erst den Pinsel auf Seite gelegt, die letzte Keramik-Arbeit gebrannt. In dem Haus der Künstlerin in dem Asbacher Ortsteil Rauenhahn hat ihre Tochter Linna Treuheit vieles so gelassen, wie sie es nach dem Tod ihrer Mutter vor rund zwei Jahren vorgefunden hat. In jedem Winkel des alten Fachwerks lebt Rota Blanck in ihren Kunstwerken weiter.

Damit dies so bleibt, hat Linna Treuheit den Verein „Rota Blanck“ aus der Taufe gehoben. Neun Menschen aus ihrem und dem Freundeskreis ihrer Mutter gehören zu den Gründungsmitgliedern, die dabei helfen wollen, das einstige Wohnhaus samt Atelier und Werkstatt in Rauenhahn zu erhalten und vor allen Dingen die Ideen der Künstlerin weiterzutragen.

„Zuerst hatten wir überlegt, das Haus zu verkaufen, doch das bringe ich einfach nicht über mein Herz“, sagt Linna Treuheit. Und sie erinnert sich noch genau daran, als sie nach dem Tod ihrer Mutter nach Rauenhahn kam, um eigentlich das Haus auf- und leerzuräumen. „Ich fand mich plötzlich auf drei Stockwerken mit insgesamt 330 Quadratmetern wieder, die voll mit Kunst, Mobiliar, Werkzeug, Schrott, Holz und vielen anderen Materialien für weitere Werke waren.

Jedes einzelne Teil, das ich vorgefunden habe, erzählte eine Geschichte“, erinnert sich Linna Treuheit an jenen Moment, in dem sie begann, den Nachlass ihrer Mutter zu sichten und zu sortieren. Zehn Monate hatte sie und ihre Schwester Johanne Mückschel gebraucht, um aus dem Haus eine Galerie mit Museumscharakter zu machen.

Und dabei entdeckte Linna Treuheit viele Werke ihrer Mutter, die sie noch nicht kannte und solche, die sie früher gar nicht wahrgenommen hatte. „Jedes Mal, wenn ich ins Haus meiner Mutter kam, warteten Überraschungen auf mich. Immer wieder gab es etwas Neues zu entdecken. Die Dinge haben irgendwie angefangen, zu leben“, berichtet Linna Treuheit.

Plötzlich Kunstsammlerin: Linna Treuheit

Plötzlich Kunstsammlerin: Linna Treuheit

Einige Werke ihrer Mutter hat sie sich in ihre eigene Wohnung geholt, den größten Teil- über 500 Bilder und ungefähr 200 Skulpturen und Keramikarbeiten will sie auf lange Sicht der Öffentlichkeit zugänglich machen. Für die Frau, die auf den Rollstuhl angewiesen ist, ein Kraftakt. Doch mit Unterstützung der Vereinsmitglieder blickt sie hoffnungsvoll in die Zukunft.

Dazu hat sie auch allen Grund: Der ehemalige Leiter des Rheinischen Landesmuseums und derzeitige Direktor der Kunstakademie Heimbach, Prof. Dr. Günter Zehnder, bezeichnet das von Rota Blanck hinterlassene Werk als qualitativ wertvolle Sammlung. Derzeit wird eine Bekanntmachung des Werkes in Form einer Monographie angestrebt. Hier hofft Treuheit allerdings auf Förderer, da dies der noch junge und kleine Verein alleine nicht stemmen kann.

Am 30. November und 1. Dezember ist das Schaffenswerk von Rota Blanck jeweils von 12 bis 18 Uhr in Rauenhahn zu besichtigen.

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