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Marken des Alltags: Milupa


Marktführer bei Säuglingsmilch

Die Marke Milupa, seit 2007 Teil der Danone-Gruppe, ist hierzulande Marktführer im Bereich Säuglingsmilchnahrungen und Instant-Milchbreie. Heute sind etwa 400 Mitarbeiter an den Standorten Friedrichsdorf, Bad Homburg und Fulda im Bereich der Milchnahrung – vor allem in der Muttermilchforschung – tätig. Für die in diesem Bereich wichtige Qualitätssicherung ist ein Labor mit rund 60 Mitarbeitern zuständig.

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Der Einstieg von „Milupa“ in die Kindernahrung erfolgte im Jahre 1932 mit „Pauly’s Nährspeise“.
Bilder: Milupa

Emil Louis Pauly, ein Enkel des Begründers der gleichnamigen Zwieback-Dynastie, verkaufte im Jahr 1910 seine Friedrichsdorfer Zwiebackfabrik Emil Pauly Homburg v. d. H. an den ortsansässigen Adolf Schwab, der den Betrieb bald auf Maschinenproduktion umstellte.

1932Der Erste Weltkrieg und die Inflation ließen Paulys Vermögen derart zusammenschmelzen, dass er sich nach einer neuen Aktivität umsehen musste. Unter dem Motto: „Nicht essen, sondern ernähren“ gründete Pauly 1921 gemeinsam mit dem Bäcker Robert Lauer eine Nährmittelfabrik. Als sein Kompagnon aus dem Unternehmen ausschied, machte Pauly im Alleingang weiter.

Nachdem Pauly, der Überlieferung nach auf einem Hochsitz, also bei der Jagd, bereits 1930 den Namen Milupa kreiert hatte, brachte er 1932 ein auf Zwieback basierendes, neuartiges Produkt auf den Markt: Milupa Pauly’s Nährspeise. Damit war der Einstieg des Unternehmens in die Sparte Kindernahrung getan. Als Emil Pauly auch dieses im August 1933 wieder verkaufte, behielten die beiden Kaufleute Philipp Bender und Heinz Koch den eingeführten Markennamen selbstverständlich bei.

Während des Zweiten Weltkriegs florierte das Geschäft mit den Kindernährmitteln – nicht zuletzt, weil sich auch viele Erwachsene davon ernährten. Nach Kriegsende verlegte sich das Unternehmen zunächst auf die Produktion von Bonbons.

1968Im Jahre 1946 stieg Georg Denfeld in die Firma ein – und konzentrierte sich auf den Ausbau der Werbeaktivitäten: So ließ er etwa Produktproben an Hebammen und Entbindungsstationen verteilen und Ratgeber für Mütter herausbringen. Mit Miluvit kam 1959 die bis heute erhältliche Kindergrießbrei-Marke auf den Markt. 1964 folgte mit der Säuglingsmilch Milumil eine der erfolgreichsten Milchnahrungen und vier Jahre später mit Aptamil die erste Säuglingsmilch, deren Eiweißzusammensetzung sich am Vorbild der Muttermilch orientierte.

Als Milupa 1969 an die Altana AG der Dr. Herbert Quandt-Gruppe überging, waren knapp 900 Mitarbeiter in Friedrichsdorf beschäftigt, 15 Jahre später war die Zahl auf über 1100 angestiegen. Doch auf diese erfolgreichen Zeiten folgten hemmende Entwicklungen wie Geburtenrückgänge und Gesetzesänderungen sowie negative Schlagzeilen über Zucker in Babytees. Diese und weitere Faktoren ließen die Absätze sinken und führten zu einem massiven Stellenabbau. Am 1. Oktober 1995 wurde Milupa an das niederländische Unternehmen Nutricia, später Numico, verkauft. 2005 wurde die Babybrei-Produktion in Friedrichsdorf geschlossen und nach Polen verlegt. Die großen Fabrikhallen wurden nicht mehr gebraucht. Zwei Jahre später wurde Numico von Danone übernommen und die Verwaltung nach Bad Homburg verlegt.

Den Markennamen Milupa setzte der Firmengründer Emil Pauly übrigens aus den Buchstaben seines Namens zusammen – und zwar wie folgt: Von seinem Vornamen ließ er das „E“ weg und hatte somit die Vorsilbe „Mil“. Von seinem Nachnamen stellte er die beiden Vokale „A“ und „U“ um und setzte den Konsonanten „P“ in die Mitte. (cm)

 

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