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Interview mit Gerd Winzer


„Mich fasziniert die tiefe Menschlichkeit der Musik“

Wenn das Johann-Strauss Ensemble Köln bei seinem traditionellen Neujahrskonzert im Center Forum Unkel am Samstag, 13 Januar, ab 17 Uhr, die Gäste in die „Goldene Wiener Operetten-Ära“ entführt, dann wird manches anders sein – bis auf die Musik. Denn auch in der siebten Auflage stehen schwungvolle Walzer, Sehnsuchtsmelodien und temperamentvolle Polkas auf dem Programm. Pianist Gerd Winzer, „Frontmann“ des Johann-Strauß Ensembles Köln, gibt im  Gespräch mit der RWN-Redaktion einen ersten Vorgeschmack auf die Veranstaltung.

Pianist Gerd Winzer, rechts im Bild, moderiert das Neujahrskonzert in Unkel.
Bild: Veranstalter

RWN: Herr Winzer, das Johann-Strauß Ensemble Köln beginnt das neue Jahr jetzt schon zum siebten Male mit einem Konzert im Center Forum Unkel. Auf was dürfen sich die Gäste an diesem Abend besonders freuen?

Gerd Winzer: Auf eine Zusammenkunft mit Gleichgesinnten, die alle gekommen sind, um die Wiener Musik und unsere Art sie darzustellen, zu genießen.

 

Das Konzept hat sich ja bestens bewährt. Wird sich gegenüber den Vorjahren etwas ändern?

Gerd Winzer: Ja. Zum einen gibt es in der Besetzung kleine Änderungen. Angeführt wird das Ensemble diesmal von der herausragenden Geigerin Veronica Wehling von der Oper Bonn. Zum anderen treten wir vor einer neuen Kulisse auf. Das neue Bühnenbild, ein genialer Entwurf, repräsentiert den Prunk aus der Epoche Johann-Strauss. Deshalb wurde bei der Ausführung auch kein Aufwand gescheut, um die Zuschauer optisch in den schönsten Opernraum der Welt, das Pariser ,Palais Garnier‘, zu entführen.

 

Als Musiker sind Sie in verschiedenen Ensembles und verschiedenen Richtungen engagiert. Was fasziniert Sie an der Musik von Strauss und seinen Zeitgenossen?

Gerd Winzer: Da ist auf der einen Seite die Leichtigkeit und Unbeschwertheit, die vielen von uns fehlt. Und das bei höchstem musikalischem Niveau. Gleichermaßen fasziniert mich die tiefe Menschlichkeit dieser Musik. Sie stammt aus einer Epoche, wo Technik den Alltag nicht beherrschte und das Miteinander und Geselligkeit viel mehr im Vordergrund stand.

 

Könnte das auch eine Erklärung für den Erfolg, die Beliebtheit dieses Genres sein?

Gerd Winzer: Höchstwahrscheinlich! Der Überdruss an Hektik im Alltag und der Wunsch nach einer unbeschwerten sorgenlosen Atmosphäre lockt viele Zuschauer in unsere Konzerte. Nicht ohne Grund heißt ein Stück des Abends ,Ohne Sorgen‘.

 

Wollen Sie noch einige weitere Konzert-Highlights preisgeben?

Gerd Winzer: Wir haben selber noch die Qual der Wahl und müssen uns entscheiden. Neben so genialen Walzern wie ,Rosen aus dem Süden‘ oder ,Schatzwalzer‘ sind bis dato aber auch temperamentvolle ungarische Tänze oder das schmachtende ,Salut d‘amour‘ geplant.

Und last but not least: Wie schaffen Sie es, als Musiker an diesem Abend Ihr Bestes zu geben und zugleich humorvoll durch das Programm zu führen?

Gerd Winzer: Als ,Rheinische Frohnatur‘ und selbst völlig begeistert vom Thema brauche ich nur meine Gedanken laut auszusprechen. Und wenn man sich wie ich schon über zwanzig Jahre mit dieser Ära beschäftigt, ja, da stolpert man fast zwangsläufig über heitere Geschichten Mir macht das großen Spaß. (imr)

 

 

 

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